Zacherlbräu muss weichen

Abriss am Nockherberg für neue Paulaner-Zentrale

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Die Kamera auf dem Brauerei-Silo (Blickrichtung Ohlmüllerstraße) zeigt den Abriss von oben.

München - Dumpfe Schläge und Geratter lassen derzeit die Au beben. Abrissbagger machen die Mauern des vor knapp 200 Jahren errichteten Zacherlbräu platt. An seiner Stelle soll die neue Paulaner-Zentrale entstehen.

Das ist aber nur der erste Akt des großen Umwandlungsprozesses der Traditions-Brauerei am Nockherberg.

Dachstuhl und Mauern müssen für den Paulaner-Neubau weichen.

1813 hatte der Münchner Braumeister Franz Xaver Zacherl die ehemalige Brauerei des Paulaner-Klosters in der Au neu bauen lassen und dort das „Sankt-Vater-Fastenbier“ der Mönche in „Salvator“ umgetauft. 1822 ließ Zacherl die Brauerei im klassizistischen Stil neu errichten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der altehrwürdige Bau schwer beschädigt und danach als Mälzerei wieder hergerichtet.

Da die Paulaner-Brauerei 2016 nach Lochhausen in einen Neubau zieht, werden große Teile des Geländes für den Bau von Wohnungen frei. Nur die Zentrale bleibt in der Stadt – für sie wird der seit Jahrzehnten nicht mehr genutzte Altbau abgerissen. Nur ein Teil der Außenmauer an der Ohlmüllerstraße wird in den mit einem Flachdach versehenen Neubau integriert.

Die Bauarbeiten auf dem gesamten Gelände werden in etwa zwei Jahren beginnen. Auf dem neun Hektar großen Grundstück soll ein neues Stadtquartier für 3000 Menschen entstehen.

Rekonstruktion statt Neubau?

Der Entwurf der Architekten.

Für den Neubau der Paulaner-Zentrale wird der altehrwürdige Zacherlbräu bis auf Teile der Außenmauer zur Ohlmüllerstraße sowiedie Keller abgerissen. Die Gemäuer gehen in einem modernen Neubau mit Flachdach auf. Denkmalschützer wie der Münchner Kunsthistoriker und Bauforscher Dieter Klein kritisierten: „Der Alibi-Fassadenrest kann fürs Stadtbild dort nicht genügen.“ Stadtrat und MdL Robert Brannekämper (CSU) forderte eine Rekonstruktion des Altbaus. Anwohner spotteten über eine „Schuhschachtel mit Schießscharten“.

Johannes Welte

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