Rückzieher nach umfangreichen Protesten

Doch kein Biergarten mit Dachterrasse: Augustiner gibt das Maxwerk auf

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Das Maxwerk: Was nun mit dem alten Gebäude geschieht, ist nach dem Rückzug von Augustiner offen.

Die zahlreichen und lautstarken Proteste gegen den geplanten Augustiner-Biergarten im Maxwerk haben das Unternehmen zum Umdenken bewegt. Augustiner sieht von den Plänen ab.

München - Ein Biergarten mit Dachterrasse - das waren die Pläne der CSU für das denkmalgeschützte Maxwerk am Isarufer. Doch nach heftigen Protesten des Bezirksausschusses (BA) Au-Haidhausen zieht sich Augustiner jetzt zurück: „Die Augustiner-Bräu Wagner KG wird eine mögliche Gastronomie im Maxwerk nicht betreiben“, heißt es in einer Erklärung, die Augustiner am Mittwoch an die Presse verschickte.

Das Maxwerk in den Maximiliansanlagen ist das älteste noch betriebene Wasserkraftwerk Münchens. Die CSU im Stadtrat um Fraktionschef Manuel Pretzl und Bürgermeister Josef Schmid wollte dort zusammen mit Augustiner einen Gastronomiebetrieb samt Dachterrasse schaffen. Doch der Bezirksausschuss Au-Haidhausen stellte sich gegen die Errichtung einer „Großgastronomie“. „Das Maxwerk liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet Maximiliansanlagen - ein natürlicher Lebensraum, der absolute Priorität genießt. Diesen wertvollen Naherholungsraum wollen wir nicht nur für die Bevölkerung Haidhausens erhalten, des am zweitdichtesten besiedelten Stadtteils Münchens, sondern für alle Münchner Bürgerinnen und Bürger“, erklärte der Bezirksausschuss.

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Viertel-Politiker demonstrierten vor Ort

Mit Transparenten, auf denen „Isar-Rausch statt Bier-Rausch“ und „Kein Ballermann am Maxwerk“ stand, demonstrierten Viertel-Politiker Anfang April vor Ort. Es kam zu heftigen Wortgefechten zwischen Schmid und den Demonstranten, Münchens Bürgermeister stellte gar infrage, „ob der BA hier für die Bürger spricht.“

Der heftige Protest zeigte aber Wirkung: Augustiner - die Brauerei wollte zuerst noch die Zahl der Sitzplätze reduzieren - zieht jetzt die Konsequenzen. Zwar habe man die Ausschreibung der Stadtwerke für eine geplante gastronomische Nutzung gewonnen, heißt es vonseiten der Brauerei. „Aber der Bezirksausschuss Au/Haidhausen, auf dessen Gemarkung sich das Gebäude befindet, hat sich mit einer großen Mehrheit gegen eine gastronomische Nutzung des Maxwerks ausgesprochen. Zudem hat es erhebliche Proteste gegen das Vorhaben gegeben.“

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Augustiner will „nicht gegen den artikulierten Willen der betroffenen Bevölkerung“ antreten

Darum, so erklärt Augustiner: „Die Brauerei wird nicht gegen den artikulierten Willen der betroffenen Bevölkerung ein umstrittenes Projekt durchdrücken, das im Übrigen in dieser verkleinerten Variante ohnedies kaum mehr wirtschaftlich zu betreiben wäre.“ Denn, heißt es in der Augustiner-Erklärung weiter: „In langen Diskussionen und bei mehreren Gremiensitzungen über Monate hinweg wurde gefordert, die gastronomischen Möglichkeiten immer weiter zu verringern. Aus all diesen Gründen nimmt Augustiner von dem Vorhaben eines Gastbetriebes im Maxwerk Abstand.“

Überschäumende Freude herrscht jetzt bei BA-Mitglied Nikolaus Haeusgen (CSU): „Das ist ein Sieg der Vernunft und nicht der Spaßbremsen“, sagt er. „Wir sind Augustiner dankbar, dass die Brauerei eingelenkt hat. Und wir sind stolz darauf, dass unsere viele Arbeit Sinn gemacht hat, den Erholungsraum für alle Münchner zu erhalten.“ Sein Wunsch: „Die Stadtwerke sollen das Gebäude streichen und herrichten, damit es ein romantisches Schlösschen bleibt.

Martina Williams

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