Der jüngste ist erst 14

Chopard-Überfall: Axt-Räuber waren alle Bubis 

München - Unglaubliche neue Informationen vom Raubüberfall auf den noblen Juwelierladen Chopard an der Maximilianstraße: Einige der Täter sind noch Teenager, der Jüngste ist 14 Jahre alt.

Was war das denn? Die Lehrwerkstatt der berüchtigten Pink-Panther-Bande? Fünf minderjährige Knaben aus der Ukraine und der Republik Moldau haben am Mittwoch den spektakulären Juwelenraub beim Münchner Edeljuwelier Chopard in der Maximilianstraße verübt. Der Jüngste ist gerade mal 14 Jahre alt, zwei Komplizen sind 15, der Vierte ist 16 Jahre alt. Der Fünfte war vermutlich auch sehr jung, ist jedoch möglicherweise als Einziger entkommen.

Das SEK schlug unter anderem in der Gaißacher Straße zu.

Dafür wurden am Isartor zwei Männer in einem schwarzen BMW gefasst, die als Einweiser und Fluchthelfer des Millionenraubes gelten: Ein Kroate (32) und ein Serbe (27) mit interessantem Hintergrund: „Wir hoffen, dass wir zumindest dem 32-Jährigen einen Zusammenhang zur Pink-Panther-Bande nachweisen können“, erklärten Kriminaldirektor Clemens Merkl und Kriminalrat Andreas Gollwitzer. Im Navigationsgerät des am Isator gestellten, schwarzen BMW fand sich eine Adresse in der Boschetsrieder Straße. Eine Wohnung, die nur für wenige Tage angemietet wurde und die der Bande vermutlich als Anlaufpunkt diente. Nach dem spektakulären Raub wurde sie am Mittwoch um 18.30 Uhr vom SEK durchsucht. Die Polizei überraschte einen schlafenden Serben (25), der als Komplize gilt. Er trug einen Zettel bei sich mit einer Adresse in der Gaißacher Straße (Mittersendling). Die Wohnung dort gehört einem Serben (52), der offenbar auf der Flucht ist. In dieser Wohnung soll angeblich ein Teil der Beute gefunden worden sein.

Überfall auf Chopard in München

Bilder: Luxus-Juwelier an der Maximilianstraße überfallen

Die Beute: Zwei kostbare Uhren aus dem Juwelenraub bei Chopard.

Auf die Schadenshöhe legte sich die Polizei gestern nicht fest. Die sichergestellten Juwelen füllten jedoch einen halben Rucksack! Bei identischen Überfällen in anderen Metropolen erbeutete die Bande jedes Mal Millionenwerte. Auch der Münchner Überfall trägt die Handschrift der gefürchteten Balkan-Connection. Dies bestätigte auch Innenminister Joachim Herrmann dem BR: „Es könnte sein, dass es sich um Mitglieder dieser großen Pink-Panther-Bande handelt. Auf jeden Fall handelt es sich um Leute einer sehr gut durchorganisierten Bande mit starken Bezügen auch in den Balkan.“ Es gibt sechs gute Gründe dafür:

Die Uhrzeit: Die Panther schlagen immer tagsüber zu.

Die Waffen: Eine Axt und ein riesiger Vorschlaghammer wurden sichergestellt.

Der Modus Operandi: Kein Überfall dauert länger als ein bis zwei Minuten und wird stets mit brachialer Gewalt mit Äxten, Hämmern und Schraubendrehern durchgeführt. Immer halten sich Komplizen mit Fluchtwagen in der Nähe auf. Darin zogen sich die Täter in anderen Fällen um, entledigten sich ihrer Maskerade und rasierten sich sogar.

Falsche Pässe: Auch im Münchner Leihwagen wurde ein falscher Pass gefunden.

Die Täter stammen immer aus Balkan-Ländern.

Panther-Räuber schweigen. So ist es auch in diesem Fall.

Die sieben Panther sitzen hinter Gittern. Gegen alle Festgenommen erging am Donnerstag Haftbefehl.

So läuft das große Aufräumen

Auf den ersten Blick wirkt alles wieder normal: Die zertrümmerte Eingangstür von Chopard war 24 Stunden nach dem Raub schon wieder ersetzt. Drinnen wird geputzt, gesaugt und repariert. Eine zerschlagene Vitrine wurde aus dem Haus getragen, mittags kam der Pizzabote. Auf Klingeln öffnete Chopard-Geschäftsführerin Birgit Lauer DOnnerstag einen Spaltbreit die Tür und sagte ernst: „Wir haben heute geschlossen.“ Weitere Fragen, z.B. zur Wiedereröffnung, wollte die Geschäftsführerin nicht beantworten.

Dorita Plange, Sebastian Arbinger

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