Bauprojekt der GWG

38 neue Wohnungen: Das passiert am Auer Mühlbach

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Für das Bauprojekt am Kegelhof musste ein großer Teil des historischen Gebäudes weichen.

München - Große Baustelle am Auer Mühlbach: Die Kegelhofmühle ist Geschichte - zumindest in ihrer alten Form. Die GWG baut hier 38 neue Wohnungen - dafür wurde ein großer Teil des historischen Gebäudes abgerissen, der Rest wird kernsaniert.

Direkt am idyllischen Auer Mühlbach baut die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG bis zum Jahr 2016 38 neue Wohnungen. Die Arbeiten auf dem Areal am Auer Mühlbach haben begonnen. Was manche Anwohner schmerzt: Für das Bauprojekt wurde der östliche Teil der historischen Kegelhofmühle abgerissen, der Rest wird komplett kernsaniert.

Das Bauvorhaben ist relativ kompliziert. Zum Baubeginn am 17. September mussten erst einmal die Brücken von der Quellenstraße über den Auer Mühlbach baustellen-tauglich gemacht werden - mit Stahlträgern und einer zusätzlichen Schicht Asphalt - um die schweren Fahrzeuge des Baustellenverkehrs überhaupt tragen zu können. 

Der Bach wurde überdacht, so soll verhindert werden, dass bei den Abrissarbeiten Trümmerteile ins Bachbett fallen. Die Abdeckung müsse aber regelmäßig herunter genommen werden, damit die Fische im Bach Licht bekommen, erklärt Projektleiter Frank Bildhauer. Dies sei eine Auflage der Fischereibehörde. Überhaupt gebe es für das gesamte Bauprojekt eine ökologische Baubegleitung, da das Areal direkt ans Landschaftsschutzgebiet grenzt. 

Der Zeitraum für den Abriss ist knapp

Mittlerweile sind auch die Abrissbagger angerollt: Das Zeitfenster ist eng, bis zur Bachauskehr am 8. November muss alles weg sein. "Das zu schaffen, wird knapp und spannend", erklärt Frank Bildhauer. Der Grund: Der Bach liegt dann zwei Wochen lang trocken, in dieser kurzen Zeit muss entlang des Grundstücks eine Spundwand in den Bach eingezogen werden. Die soll dann, wenn wieder Wasser im Bach fließt, die bisherige Bachmauer ersetzen, dahinter soll die alte Bachmauer erneuert werden. Erst bei der nächsten Bachauskehr in zwei Jahren kann die Wand dann wieder entfernt werden.    

Ist das geschafft, entsteht ein kompletter Neubau mit 27 Wohnungen für Senioren, drei davon für Rollstuhlfahrer geeignet. Die künftigen Mieter können außerdem eine ambulante Betreuung buchen. In dem Neubau wird außerdem ein großer Gemeinschaftsraum als Treffpunkt für die Bewohner entstehen. Der Innenhof wird begrünt und soll den künftigen Mietern Platz zum Spazieren, Ausruhen und Erholen bieten. Außerdem entsteht eine Tiefgarage mit 20 Stellplätzen - auch deshalb braucht es die aufwändige Sanierung der Bachmauer.

Der nördliche Teil darf stehen bleiben

Der nördliche Teil der alten Mühle mit dem Turm darf stehen bleiben - hier wird alles komplett kernsaniert. Das Gebäude wird um eine Etage aufgestockt, so können im Obergeschoss elf Wohnungen eingeplant werden. In eine Wohnung soll eine inkludierte Wohngemeinschaft mit behinderten und nicht-behinderten Mietern einziehen.  

Das Erdgeschoss des Nordteils wird abgesenkt - so wird ein zusätzliches Souterraingeschoss geschaffen. Zusammen mit dem Hochparterre soll hier die Hausverwaltung der GWG einziehen, die bisher in der Schweigerstraße angesiedelt ist. Dort werden dann zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen frei und es ist Platz für eine Gemeinschaftseinrichtung.

Einst eine der ersten Mühlen Deutschlands

Schon Anfang 2012 hat das Kommunalreferat das Gebäude an die GWG übereignet, die hat so ein Stück Stadtgeschichte erworben - schon im Jahr 1347 entstand auf der Insel zwischen Auer Mühlbach und Kegelhofbach eine der ersten Papiermühlen Deutschlands. Bis 1900 wurde das Gebäude als Mühle genutzt, danach für Gewerbe, bis April dieses Jahres von einem Sanitärgroßhandel.

Wie Projektleiter Bildhauer erklärt, habe die GWG deshalb lange überlegt und abgewägt, was mit der historischen Mühle passieren soll. Ganz verschiedene Varianten vom kompletten Erhalt bis zum Totalabriss habe man in Betracht gezogen, sagt Frank Bildhauer. Letztendlich habe man sich dann für die jetzige Misch-Variante entschieden.

Baustelle am Auer Mühlbach: Der große Abriss

Baustelle am Auer Mühlbach: Abriss am Kegelhof 

Die neuen Wohnungen werden keine Sozialwohnungen, sondern frei finanziert, das heißt jeder kann sich für eine der Wohnungen bewerben. Wie bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften üblich, will die GWG die Mietpreise aber unterhalb des örtlichen Mietspiegels ansiedeln, um den steigenden Mietpreisen im Viertel entgegenzuwirken, teilt die GWG mit.

Myriam Siegert

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