Danach ist Schluss

Biergarten am Maxwerk: Augustiners letzter Versuch

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Das Maxwerk liegt zwischen Maximilianeum und Friedensengel fast direkt an der Isar.

Augustiner hat die Pläne für einen Biergarten im Maxwerk überarbeitet. Um dem Bezirksausschuss (BA) entgegenzukommen, soll es weniger Plätze geben. Zudem ist von einer kulturellen Nutzung die Rede.

Jetzt liegt der Ball beim Bezirksausschuss. Die Viertelpolitiker aus dem Stadtbezirk Au-Haidhausen hatten bislang die meisten Bedenken gegen eine gastronomische Nutzung des unweit des Maximilianeums an der Isar gelegenen historischen Maxwerks. Informationen unserer Zeitung zufolge hat sich der Pächter Augustiner nun aber in einer nichtöffentlichen Sitzung des Gremiums dazu bereit erklärt, die Pläne für einen gastronomischen Betrieb deutlich abzuspecken. Zudem ist von einer möglichen kulturellen Nutzung des Gebäudes die Rede. Die Vertreter der einzelnen Fraktionen haben sich nun mehrere Monate Bedenkzeit auserbeten.

Man wolle dem Gremium entgegenkommen und nichts gegen den Willen der Bevölkerung oder deren gewählte Vertreter durchdrücken, heißt es seitens der Augustiner-Brauerei. „Wir wollen das für die Stadt München machen und die Isar beleben.“ Ein großes Geschäft sei die Sache für Augustiner ohnehin nicht, ist zu hören. Klar ist damit aber auch: Lehnt der Ausschuss die neuerlichen Pläne ab, ist das Projekt vermutlich gestorben.

Die Haltung von Augustiner ist durchaus wohlwollend. Denn der BA könnte den Biergarten im Maxwerk nicht verhindern. Es besteht Baurecht auf dem Gelände, letztlich müsste die Stadtverwaltung entscheiden, ob sie einem Bauantrag zustimmt.

Wie berichtet, hatte Augustiner unlängst Pläne vorgestellt, wonach im Maxwerk ein Gastro-Betrieb mit 199 Plätzen auf der Dachterrasse, 150 im Inneren sowie einem Biergarten mit 80 Plätzen hätte entstehen können. Die Freiplätze sollten ausschließlich auf dem Gelände der Stadtwerke München (SWM) entstehen. Den SWM gehört das Wasserwerk. 2015 hatte die Stadt-Tochter eine Ausschreibung durchgeführt. Ziel war es, einen Pächter für das Areal zu finden, der in der Lage ist, das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren. Unter anderem gab es Ideen für ein Flößermuseum und eine Nutzung des Gebäudes als Kiosk. Augustiner und die hauseigene Edith-Haberland-Wagner-Stiftung erhielten schließlich den Zuschlag.

Die Pläne der ältesten Münchner Brauerei stießen aber auf viel Skepsis. Unter anderem eben beim örtlichen Bezirksausschuss. Man befürchte eine Art Ballermann, die Kommerzialisierung der Isar und zusätzlichen Autoverkehr. Auch bei den Grünen im Stadtrat war das Projekt lange unbeliebt, doch die waren schon vor einer Weile umgeschwenkt, nachdem Augustiner erstmals seine Pläne überarbeitet hatte und klar wurde, dass die 80 Außenplätze ausschließlich auf dem Gelände der Stadtwerke situiert werden. Nun sollen diese Plätze und jene auf der Dachterrasse weiter reduziert werden.

Um welche Zahl genau reduziert wird, war nicht zu erfahren. Wohl aber, dass nun auch über eine kulturelle Nutzung des Gebäudes gesprochen wird. In Rathauskreisen wird spekuliert, dass es sich dabei durchaus um eine Flößer-Ausstellung oder gar ein kleines Museum handeln könnte. Doch auch darüber muss nun der Bezirksausschuss Au-Haidhausen entscheiden.

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