Absage nach Überfüllung

Bürgerversammlung zur Stammstrecke: Jetzt doch ein Ersatztermin

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Wegen Überfüllung wurde die Bürgerversammlung abgesagt. 

Die Haidhauser hatten schon nicht mehr daran geglaubt - nun gibt es doch noch einen Ersatztermin für die Bürgerversammlung zur zweiten Stammstrecke. Allerdings wie befürchtet nicht mehr vor Baubeginn. 

München - Der Ärger ist groß bei dem Stammstrecken-Gegnern: Nachdem die Bürgerversammlung am 22. Februar im Saal des Haidhauser Hofbräukeller der fast 500 Leute fasst komplett überfüllt war, sodass längst nicht alle Menschen mehr in den Saal durften, hatten die Bürger dafür gestimmt, die Versammlung in einem größeren Saal nachzuholen. Ein Ersatztermin sollte gefunden werden, doch bis jetzt sah es so aus, als würde so bald keiner zustande kommen. Der Grund: OB Dieter Reiter und Innenminister Joachim Herrmann finden keinen gemeinsamen Termin. 

Aufgelöste Stammstrecken-Versammlung zeigt die Wut der Bürger

Dabei drängt nach Sicht der Bürger, die großen Gesprächsbedarf haben, die Zeit, denn schon am 5. April ist der große offizielle Spatenstich zum Stammstreckenbau am Marienhof; symbolträchtig gefeiert mit einem Bürgerfest. Dass es, wenn überhaupt, erst einen Ersatztermin geben könnte, wenn der Bau ohnehin schon begonnen hat, ist für viele Stammstrecken-Skeptiker eine Farce. Doch genau so kommt es jetzt.

Wie die Stadt am Freitagmittag mitteilt, ist ein Nachholtermin gefunden. Die außerordentliche Bürgerversammlung zum Thema „Zweite S-Bahn-Stammstrecke in Haidhausen“ soll nun am Donnerstag, 18. Mai, um 19 Uhr in der TonHalle, in der Grafinger Straße 6, stattfinden - und damit tatsächlich nach Baubeginn. Doch immerhin, genug Platz dürfte diesmal sein.  

OB Dieter Reiter, wird die Versammlung leiten und steht für Fragen zur Verfügung - und auch Verkehrsminister Joachim Herrmann hat sein Kommen angekündigt. Auf dem Programm steht auch ein Vortrag der Deutschen Bahn. Die Bürger des Stadtbezirks bekommen in den nächsten Wochen schriftliche Einladung.

Die gescheiterte Versammlung war nun auch erneut Thema im Bezirksausschuss. Dort wurde festgestellt, dass es auffällig gewesen sei, dass drinnen im Saal rund 250 Stimmkarten ausgegeben worden seien, sich allerdings rund 500 Leute in dem Saal aufhielten, während viele Haidhauser gar keinen Platz mehr fanden, berichtete Andreas Micksch (CSU) bei der jüngsten Sitzung. „Im Saal war die Hälfte der Leute stimmberechtigt, die andere Hälfte nicht.“ 

Mehrheitlich stimmte das Gremium einem Prüfantrag der CSU zu: Die Stadt möge prüfen, ob es grundsätzlich rechtlich möglich sei, die Teilnahme an Bürgerversammlungen auf stimm- und antragsberechtigte Personen zu beschränken. Das würde bedeuten, dass Bürger aus dem Stadtteil im Zweifel Vorrang hätten. Für alle anderen Interessierten hätte man die Veranstaltung bei entsprechender Vorbereitung eventuell in einen kleineren Nebensaal übertragen können, heißt es in dem Antrag. „So hätte die unbefriedigende Vertagung möglicherweise vermieden werden können.“ Protest kam aus der Grünen-Fraktion, die alle Bürger als gleichberechtigt betrachtet wissen will.

Die Grünen waren bereits zuvor mit dem Antrag gescheitert, den Spatenstich für die zweite S-Bahn-Stammstrecke zu verschieben, bis die Bürgerversammlung in Haidhausen nachgeholt worden sei.

Lesen Sie auch: Zweite Stammstrecke - hier wird in Haidhausen gebuddelt sowie Chefingenieur Markus Kretschmer - das ist der Herr der zweiten Stammmstrecke

2. Stammstrecke: Wo die Stadt überall aufgerissen wird

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