Bußgelder von bis zu 100.000 Euro

Saustall in München-Haidhausen: Corona lässt grüßen - „Wenn einer anfängt...“

Leere Flaschen neben vollen Glascontainern
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Leere Flaschen neben vollen Glascontainern

In der Corona-Krise produzieren die Münchner mehr Müll. Dabei scheinen viele nicht zu wissen, dass auf ein Verhalten empfindliche Strafen drohen.

  • In München* häuft sich in der Corona-Krise* das Altglas.
  • Der Einzelhandel verkauft zum Beispiel aktuell deutlich mehr Alkohol.
  • Viele Menschen zeigen nun ein Verhalten, auf das empfindliche Strafen drohen.
  • Viele weitere spannende Geschichten aus München gibt es in unserer App.

München - Prost Mahlzeit in Haidhausen! Dort schaut’s an einem Altglas-Container mehr als unappetitlich aus: Die Behälter sind dreckig und proppevoll, davor auf dem Fußweg sammeln sich die Flaschen, die nicht mehr reingepassst haben. Dieses Stadtbild ist auch ein Gruß von Corona: Wie das zuständige Abfuhr-Unternehmen Remondis auf tz*-Anfrage erklärt, kommt seit dem Ausbruch der Pandemie viel mehr Altglas zusammen. 

Was dazu passt, dass der Einzelhandel deutlich mehr Alkohol verkauft. Remondis-Sprecher Michael Schneider kann zwar keine exakten Zahlen für München* angeben – aber auf ganz Deutschland gerechnet gibt’s jetzt 20 ­Prozent mehr Altglas als normal.

Coronavirus-bedingtes Altglas in München - eine Sache ist verboten

Schneider: „Das bedeutet mehr Arbeit für uns.“ In der Regel wird ein Container alle 14 Tage geleert. Reicht das nicht, ist das Unternehmen auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. „Wir haben Scouts, die die Standorte überprüfen“, sagt Schneider. Trotzdem sei es hilfreich, wenn volle Container gemeldet werden. Und leere Flaschen nicht einfach davor abgestellt werden.„Das ist verboten“, betont der Pressesprecher. 

Leere Flaschen neben übervollen Glascontainern

Zuwiderhandlungen stehen unter Strafe (siehe unten). Remondis appelliert an die Bürger, die Flaschen wieder mitzunehmen. Doch das scheint vielen zu aufwändig. Mehr noch: Stehen Flaschen auf dem Bürgersteig, legen andere oft Haus- oder Sperrmüll dazu. „Das passiert, wenn einer anfängt.“ Dazu kommt es in Solln regelmäßig – auch schon vor Corona. Die tz hatte erst im Januar über die schlimmen Zustände an den dortigen Wertstoffhofinseln berichtet.

So lässt sich die Corona-Verordnung natürlich auch befolgen: Ein Mann war in München mit einem ungewöhnlichen Mundschutz unterwegs.

München: Trotz Corona Flaschen abstellen - Strafen drohen!

Es ist verboten, seinen Müll einfach so an die Straße zu stellen. Dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit nach §69 des Kreislaufwirtschaftgesetzes. Darauf stehen empfindliche Strafen, die bis zu 100.000 Euro betragen können. 

Grundsätzlich gilt: Sperrmüll und Elektroschrott gehören auf den Wertstoffhof. Es ist aber auch schon ein Vergehen, wenn Flaschen auf den Bürgersteig gestellt werden. Auch das ist eine Ordnungswidrigkeit, die unter Strafe steht: Es liegt eine Gefährdung des öffentlichen Verkehrsraums vor.

Vor Corona war der Werneckhof ein angesagtes Restaurant in München - Nun erfolgt jedoch das abrupte Ende. Ende 2020 schließt auch ein Traditions-Sportgeschäft im Herzen der Stadt seine Pforten.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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