Zacherlbräu muss weichen

Denkmalstreit am Nockherberg: Ärger um neue Paulaner-Zentrale

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Robert Brannekämper (v.l.), Isabell Zacharias, Petitions-Anträger Harald Lukas , Oliver Jörg und Michael Piazolo standen am Donnerstag vor der verbliebenen Mauer des Zacherlbräu.
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Vor dem Abriss: So sah der Zacherlbräu bislang aus, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Mälzerei hergerichtet.
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So sieht die Baustelle an der Ohlmüllerstraße aktuell aus.
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Paulaner-Pläne: So soll die Paulaner-Zentrale aussehen, wenn sie 2016 fertig ist: Das alte Gemäuer ist integriert.
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Altbau-Wunsch: Diesen Entwurf wünschen sich die Brannekämper und seine Kollegen. Der Altbau wird rekonstruiert.

München - An der Ohlmüllerstraße entsteht die neue Paulaner-Zentrale. Doch trotz Genehmigung lässt das Projekt die Gemüter schäumen. Denkmalstreit am Nockherberg!

Gerade werden die letzten Bodenplatten an der Paulaner-Baustelle fertiggestellt. Vom etwa 200 Jahre alten Zacherlbräu steht nur noch eine Außenmauer, der Rest ist abgerissen. Hier, an der Ohlmüllerstraße, entsteht die neue Paulaner-Zentrale. Doch trotz Genehmigung lässt das Projekt die Gemüter schäumen: Landtagsabgeordnete um Robert Brannekämper (CSU) trafen sich am Donnerstag vor der Baustelle. Der Denkmalstreit am Nockherberg:

Die Zacherl’sche Bierbrauerei war der Vorläufer der Paulaner-Brauerei in der Au. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gemäuer von 1822 stark beschädigt, später als Mälzerei wieder hergerichtet. Weil Paulaner bis 2016 nach Lochhausen zieht und nur die Zentrale in der Stadt bleibt, gab es einen Architekturwettbewerb für die Neugestaltung des Gebäudes.

Viel Widerstand gegen modernen Entwurf

Durchgesetzt hat sich der Entwurf eines modernen Baus mit Flachdach und viel Glas – die historische Fassade wird integriert. Das stört den Landtagsabgeordneten Brannekämper, der den Altbau erhalten möchte.

Auch auf einer Bürgerversammlung habe sich die Mehrheit für die alte Bauform ausgesprochen. „Außerdem hat das Landesamt für Denkmalschutz kein Stimmrecht bei der Entwurf-Entscheidung gehabt.“ Die Staatsregierung habe eine Petition angenommen. Und der Landtagsausschuss für Wissenschaft und Kunst habe einstimmig befürwortet, die ursprüngliche Form zu behalten. Das habe Stadtbaurätin Elisabeth Merk aber als „Einzelmeinung“ abgetan. Vor Ort wollte Brannekämper mit seinen Kollegen Michael Piazolo (Freie Wähler), Oliver Jörg (CSU), Isabell Zacharias (SPD) und Harald Lukas (reichte die Petition ein) an Stadtbaurätin Merk appellieren: „Wir wissen nicht, ob wir den Zacherlbräu retten können. Doch eine Fachäußerung der politischen Vertretung von fast 13 Millionen Bürgern als Einzelmeinung abzutun, ist höchst bedenklich.“

Bau ist bereits genehmigt

Paulaner kann den Denkmalstreit nicht verstehen. Es besteht eine rechtskräftige Baugenehmigung, außerdem bleiben die beiden Fassaden und die Gewölbe unter dem alten Zacherlbau, die unter Denkmalschutz stehen, auch für die Zukunft erhalten. „Abgerissen wurden nur die Gebäudeteile, die nicht unter Denkmalschutz stehen. Teile der Gebäude, die seit langem leer standen“, sagt Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher. Und fügt an: „Der Rohbau soll zur Wiesn fertig sein, 2016 werden wir einziehen.“

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