Ab in die Zukunft!

Deutsches Museum wird für 455 Millionen saniert

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Eine zusätzliche Dichtwand hinter der denkmalgeschützten Ufermauer soll das Museum in Zukunft vor dem Isar-Hochwasser bewahren.
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So soll das Deutsche Museum später aussehen.
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So soll das Deutsche Museum später aussehen.
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So soll das Deutsche Museum später aussehen.
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Generaldirektor Wolfgang M Heckl steht im alten Chemiesaal. 
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Die Ausstellungsstücke werden auseinandergebaut.

München - Was könnte man für 455 Millionen Euro machen? Man könnte 45 Millionen Mass auf der Wiesn bestellen oder die Allianz Arena bauen. Oder ins Deutsche Museum investieren! Ab in die Zukunft.

Die tz sah sich am Freitag schon mal vor Ort um. In zehn Jahren, zum 100. Geburtstag des Technik-Tempels, soll alles fertig sein. „Am 7. Mai 2025 wollen wir hier eines der modernsten naturwissenschaftlich-technischen Museen der Erde eröffnen. Seit 90 Jahren wurde es nie grundlegend renoviert. Das ist ein Jahrhundertprojekt!“, sagt der Generaldirektor des Museums, Wolfgang M. Heckl, stolz.

Bisher steht fest: Bund und Freistaat zahlen 360 Millionen Euro, an Spenden sind bis heute 45 Millionen eingegangen, und das Haus selbst steuert 40 Millionen bei. Am 18. Oktober startet – gleich nach der Langen Nacht der Museen – die Zukunft mit der Räumung der ersten Ausstellungen.

Bis 2019 werden die Schauen für die Besucher geschlossen bleiben. Das betrifft etwa die moderne Luftfahrt, die Musikinstrumente oder den Tunnelbau. Es werden aber immer Ausstellungen zu sehen sein. Heckl erklärt, warum: „Es gibt Museen, die ein paar Jahre ganz geschlossen hatten. Dann geht zwar der Umbau schneller, aber die Museen hatten Probleme, ihre Besucher wiederzubekommen.“

Gerade das möchte das Museum verhindern. Deshalb startet der zweite Bauabschnitt erst 2020. Da werden dann die Ausstellungen aus dem ersten Abschnitt wieder geöffnet sein. Übrigens: Eines hat Wolfgang Heckl noch versprochen. Trotz Umbaumaßnahmen – die Eintrittspreise sollen auch 2025 nicht extra erhöht werden.

Florian Fussek/Giuliana Barrios

Die Ausstellungen

Im neuen Deutschen Museum soll (fast) alles neu werden. Eines bleibt aber gleich: Es soll ein Technik-Haus zum Anfassen und Erleben bleiben. „Man sollte Ausstellungsstücke schmecken, riechen und fühlen können. Es soll sich nicht alles im virtuellen Raum abspielen“, sagt Museumschef Heckl. So wie in der neuen Ausstellung Chemie (Foto oben). Dort sollen die Besucher Versuche machen oder mit chemischen Mitteln Verbrechen aufspüren können. Spannend verspricht auch das Themenfeld Robotik zu werden. Problem: Roboter, die gerade hochmodern sind, werden 2025 zum alten Eisen gehören. „Bisher ist alles nur ein Grobkonzept. Wir verstehen uns als ein Museum im Wandel“, sagt Heckl. Das heißt: Das Museum muss sich immer weiterentwickeln. In eine ganz andere Richtung geht die Ausstellung Landwirtschaft und Ernährung. In fünf verschiedenen Räumen soll es hier um die Geschichte der Landwirtschaft, pflanzliche und tierische Produkte, aber auch um eine kritische Betrachtung der Ernährung gehen. Die Almhütte (siehe unten) darf natürlich auch nicht fehlen.

Die Ufermauer

Eine zusätzliche Dichtwand hinter der denkmalgeschützten Ufermauer soll das Museum in Zukunft vor dem Isar-Hochwasser bewahren. Dieses hat dem Museum jahrelang Probleme bereitet. Dem Schutz des Museums müssen leider die zahlreichen Bäume weichen, die das Isarufer zieren. Bau-Chef Dieter Lang gibt zu: „Bei den Baumfällungen blutet uns das Herz. Aber es geht nicht anders: Man kann die Mauer sonst nicht sanieren.“ Die gute Nachricht: Biber, Vögel und Fledermäuse dürfen bleiben. Sie werden vor den bevorstehenden Maßnahmen geschützt.

Die Sanierung

Der alte Chemiesaal (Foto links, mit Generaldirektor Wolfgang M. Heckl) ist erst der Anfang. So leer wird es bald fast im ganzen Museum aussehen. Der Grund: Die Auswertung von rund 1300 Bohrungen in der Decke des Saales sorgte für ein erschreckendes Ergebnis. Bereits in der Vergangenheit wurde hier nicht ganz sauber gearbeitet! Deshalb steht jetzt fest: Der gesamte Rohbau muss von Grund auf erneuert werden.

Der Umbau

Mit großem Aufwand werden jetzt die Ausstellungsstücke auseinandergebaut.Wie die Almhütte: Fein säuberlich liegen die Holzscheite aufeinander und warten darauf, wieder zusammengebaut zu werden. Größere Stücke wie einige Flugzeuge ­werden ausgelagert, zum Beispiel in die Flugwerft Schleißheim. Die berühmte „Tante Ju“ muss auf der Insel bleiben. Der Grund: Sie ist zu groß!

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