Kind in letzter Sekunde gerettet

Hier bereiten Männer eine Heldentat vor

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Die Videokamera hat die dramatische Situation festgehalten. Geschäftsführer Stefan Padun (im T-Shirt) trägt zusammen mit einem Mann den Teppich raus, um ihn unter dem Fenster zu spannen, aus dem das Mädchen zu fallen drohte.

München - Das beherzte Eingreifen eines Passanten hat ein vierjähriges Mädchen in Haidhausen vor einem schweren Unfall bewahrt. Was genau passiert ist:

Dramatische Minuten in der Pariser Straße (Haidhausen): Am Donnerstagabend war ein Mädchen auf den Sims des offenen Fensters geklettert! Schnell bildete sich eine Menschentraube vor dem Haus. Zwei Männer aus dem Geschäft im Erdgeschoss reagierten blitzschnell: Sie rannten mit einem Teppich vor das Haus, um das Kind bei einem Absturz auffangen zu können. Gleichzeitig liefen zwei Frauen in den dritten Stock, traten die Wohnungstür ein und zogen das Mädchen schließlich vom Fensterbrett weg.

In dem zweiten Fenster von unten (mitte) saß das Mädchen.

Gegen 17.40 Uhr hatte das Drama seinen Lauf genommen. Zu dieser Zeit hatte die Kleine, die laut Feuerwehr alleine zuhause war, offenbar selber das Fenster in zehn Metern Höhe geöffnet. Neugierig kletterte die Vierjährige auf den Sims und rief hinunter auf die Straße. Aufmerksame Passanten blieben vor Schreck stehen, versuchten mit lauten Rufen das Kind vom Fenster wegzulocken. Doch das Mädchen wippte immer gefährlicher hin und her. „Uns stockte der Atem“, sagte ein Augenzeuge gestern zur tz. Da sie offenbar kein Deutsch verstand, redeten die Passanten auch auf Englisch auf das Mädchen ein. Immer noch ohne Erfolg.

Durch den Trubel vor der Tür wurde auch Stefan Padun (37) von MJ Guitars auf die Situation aufmerksam. Zusammen mit einem Familienvater und einem weiteren Mann packte er kurzerhand einen Teppichläufer aus dem Geschäft und rannte los. „Wir stellten uns damit direkt unter das Fenster und spannten den Teppich wie ein Sprungtuch“, erzählt der Geschäftsführer des Gitarren-Ladens von Scorpions-Bandmitglied Matthias Jabs. „Wir standen bestimmt fünf, sechs Minuten draußen und warteten auf die Feuerwehr.“ Während die drei Männer den Teppich hielten und noch bevor die Rettungskräfte eintrafen, konnten die zwei Frauen oben in der Wohnung allerdings Entwarnung geben. „Wir waren so erleichtert, als es hieß, alles ist gut“, sagt Padun.

Zeitgleich mit der Feuerwehr kam auch der Bekannte der Mutter zurück, der eigentlich auf die Kleine hätte aufpassen sollen. Statt das Mädchen im Auge zu behalten, war der Mann nach Darstellung der Feuerwehr jedoch kurz zu einer Apotheke gegangen. Die Mutter, die bei der Arbeit war, erfuhr erst später von den dramatischen Minuten um ihre kleine Tochter.

jam

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