30 Euro Fahrtgeld verlangt

Er ist immer noch auf freiem Fuß: Falscher Taxler soll Münchner Krankenschwester vergewaltigt haben

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Vor Gericht: Der mutmaßliche Täter  Arif C.

Sechs Monate war der Prozess ausgesetzt, jetzt muss sich Arif C. erneut den Anschuldigungen stellen - er soll sich als Taxifahrer ausgegeben und eine Münchner Partygängerin vergewaltigt haben.

München - Am Ostbahnhof soll sich Arif C. (42) als Taxifahrer ausgegeben haben, als junge Frauen eine Möglichkeit suchten, um sicher nach Hause zu kommen. Laut Anklage nutzte C. das aus und stellte sich am 8. April 2017 gegen fünf Uhr morgens mit seinem Auto vor das Optimol-Gelände.

„Ich war mit einer Freundin feiern und hatte viel getrunken“, sagt Miriam P. (25, Name geändert). „Plötzlich ging es mir schlagartig schlecht und ich wollte nur noch heimfahren.“ Betrunken stieg sie zu Arif C. ins Auto und bat darum, dass er sie nach Haar fährt. „Er verlangte 30 Euro. Ich war mir sicher, dass es ein Taxi ist.“

„Habe das Kennzeichen eine halbe Stunde lang vor mich hingesagt“

Doch Arif C. soll die Krankenschwester auf deren Heimweg vergewaltigt haben. Mutmaßlich bedrängte er die junge Frau auf dem Beifahrersitz, als sie eingeschlafen war und zog sie dann gegen ihren Willen aus, um sie zum Sex zu zwingen. „Ich kann mich an die Fahrt kaum erinnern und bin erst aufgewacht, als ich berührt wurde und er sich auf mich legte“, sagt Miriam P., die 1,9 Promille im Blut hatte. „Ich versuchte mich noch zu wehren, aber ich hatte keine Chance.“ Nach dem Übergriff soll Arif C. sein Opfer sogar noch bis vor die Haustür gefahren haben. „Die 30 Euro musste ich noch bezahlen“, sagt sie.

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P. ging direkt zur Polizei und erstattete Anzeige gegen den Taxler. „Das Kennzeichen des Autos hatte ich mir gemerkt, indem ich es eine halbe Stunde lang laut vor mich hingesagt habe“, erzählt sie gestern vor Gericht. Über das Nummernschild ermittelte die Polizei Arif C. als Täter und wies auch seine DNA-Spuren an Miriam P. nach. Trotzdem bestritt er die Vergewaltigung. „Mein Mandant macht keine Angaben“, sagte Verteidiger Kai Wagler. Dem mutmaßlichen Vergewaltiger drohen bis zu vier Jahren Haft. Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt.

Er könnte sie jederzeit wieder treffen

Brisant bleibt, dass der Angeklagte weiterhin auf freiem Fuß ist – und sein mutmaßliches Opfer jederzeit wieder treffen könnte. Eine Haftbefehl mit anschließender Untersuchungshaft wurde gegen ihn nicht angeordnet. Im April stand Arif C. erstmals vor Gericht. Der Prozess wurde aber sechs Monate lang ausgesetzt, weil noch ein Gutachten durchgeführt werden musste und Zeugen laut Gericht „nicht greifbar“ waren.

thi

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