In der Einsteinstraße

Im Einkaufsrausch: Erster Münchner Hanf-Shop öffnet

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na dann Prost: Die Inhaber Silke und Wenzel Cerveny eröffnen ihren anderen Bio-Laden mit Hunderten Produkten.

Da bekommt der Begriff Einkaufsrausch gleich eine ganz andere Bedeutung. In der Einsteinstraße eröffnet der erste Hanf-Shop Münchens - mit allem, was das Hanf-Herz begehrt.

München - Der Blick ins Regal zeigt: Hier ist Bio angesagt. Im Hanf, dem „etwas anderen Bio-Laden“ von Silke und Wenzel Cerveny, gibt es alles, was das Hanf-Herz begehrt. In ihrem Laden in der Einsteinstraße 163 verkauft das Ehepaar ab diesem Samstag Hunderte Produkte aus dem Rohstoff Hanf. Ziemlich viel für einen Laden, der so eigentlich nie geplant war. Denn eigentlich hat Wenzel Cerveny als Gesellschafter der Cannabis-Institut GmbH ein alles andere als benebeltes Ziel: ein Cannabis-Therapie- und Informations-Center…

Hier sollen speziell geschulte Ärzte mit Cannabis langjährige Schmerzpatienten heilen. „Cannabis soll jedem Patienten zugänglich sein, dem es nützt“, so der 56-Jährige. Aber das Zentrum muss ja erst einmal finanziert werden: „Wir brauchen rund 100.000 Euro Startkapital.“ Als ersten Schritt hat das Ehepaar deswegen mit dem neuen Laden eine Anlaufstelle für Patienten geschaffen.

Nudeln, Kaffee oder Salami - auf Hanfbasis

Bis das Therapiezentrum entsteht, können diese hier ihre Erfahrungen austauschen: Wie wirkte Cannabis als Medizin bei anderen? Und überdies kann man - natürlich ganz legal - Nudeln, Kaffee oder Salami einkaufen.

In den Regalen finden wir neben Lebensmitteln und Textilien auch Kosmetik, Liquid für E-Zigaretten oder Tiernahrung auf Hanfbasis. Bei Schlafstörungen soll ein Hanftee Abhilfe schaffen. Aber: nicht nach 16 Uhr trinken! „Der Tee macht erst munter und dann müde“, weiß Cerveny. Für die Haarpracht à la Reggae-König Bob Marley gibt’s die Dreadlockseife und - dieser Preis steht schon fest - eine Hanf-Boxershort für ca. 45 Euro. Der Unterschied zu Baumwolle? „Hanftextilien kühlen im Sommer und wärmen im Winter.“ Also: ab in den Einkaufsrausch!

Blick ins Regal: Auch Kekse und Nudeln gibt es im Angebot.

Waren ohne THC

Seit März 2017 ist Cannabis als Therapiealternative für Schwerkranke erlaubt. Aber viele Ärzte fühlen sich nicht ausreichend informiert, um die Cannabis-Patienten zu betreuen. Im Hanf-Shop gibt es nur Produkte ohne THC, also ohne berauschende Wirkung. Angst vor einer Missbrauchskultur haben die Ladeninhaber deswegen nicht: „So viel kann man gar nicht konsumieren, um den Effekt zu spüren.“

Paulina Demmer

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