Projekt des Klinikums

Für neues MS-Zentrum: Rechts der Isar will doch nicht abreißen

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Kein Abriss: Auf dem Campusgelände des Klinikums rechts der Isar sollen die alten Häuser an der Trogerstraße (links) nun doch erhalten bleiben. Gegenüber öffnet im Herbst das neue Krebsforschungszentrum (rechts).

Überraschende Wende beim geplanten MS-Forschungszentrum in Haidhausen: Das Klinikum rechts der Isar will die beiden Häuser an der Trogerstraße doch nicht abreißen.

München - 200.000 Menschen leiden in Deutschland an Multipler Sklerose (MS). Bei der Erforschung der bisher unheilbaren Krankheit will die Technische Universität München (TUM) eine führende Rolle einnehmen. In dem Zentrum auf dem Campusgelände sind daher auch Labore für mehr als 10.000 Versuchstiere vorgesehen. Doch die Pläne des Klinikums rechts der Isar sind erst einmal ins Stocken geraten. Das Klinikum hat einen Vorbescheidsantrag auf Abriss der Häuser an der Trogerstraße 12 und 14 zurückgezogen. „Wir reagieren damit auf die Bedenken bezüglich des Denkmalschutzes“, erklärt Sprecherin Eva Schuster die Hintergründe.

Zuvor hatte der Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen gefordert, dass die beiden spätklassizistischen Häuser – manche Räume werden schon jetzt von Instituten des Klinikums genutzt – nicht abgerissen werden dürfen. Auch das Landesamt für Denkmalpflege und die untere Denkmalschutzbehörde der Stadt hätten den beabsichtigten Abbruch als kritisch beurteilt, sagt Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats im Rathaus. Eine Entscheidung hatte die Lokalbaukommission aber noch nicht getroffen. Dass das Klinikum den Antrag nun zurückzog, wird von den Stadtteilpolitikern begrüßt. Offen ist unterdessen, wo genau das MS-Zentrum jetzt entstehen soll. Man schaue, ob auch „an ähnlicher Stelle auf dem Campusgelände“ etwas möglich sei, sagt Kliniksprecherin Schuster. Genaueres könne man noch nicht sagen, man suche den Dialog mit dem BA und mit den Bürgern. Eine der Überlegungen sei es, „um die genannten Häuser an der Trogerstraße herum zu bauen“.

Der Direktor der Klinik für Neurologie, Bernhard Hemmer, warb in der jüngsten BA-Sitzung für die Pläne: Hier könnten die behandelnden Ärzte besser auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen, betonte er. Gerade die zentrale Lage in Haidhausen sei für das MS-Zentrum, wo Patienten behandelt werden und zudem geforscht werden soll, entscheidend.

Neben den Untersuchungs- und Behandlungsbereichen für Patienten sollen in dem MS-Zentrum auf fünf Stockwerken Forschungsbereiche, Büros und Laboratorien entstehen. Zwei Untergeschosse sind für Tierhaltung vorgesehen. Untergebracht werden sollen etwa 10 000 Mäuse und 1000 Fische. Man brauche diese Tierversuche „in einem gewissen Ausmaß“, sagte Hemmer. Unterstützt wird das Projekt von der „Klaus Tschira Stiftung“ in Heidelberg. Mit einer Zuwendung in Höhe von 25 Millionen Euro soll das TUM-Klinikum rechts der Isar in Europa führend bei der Erforschung Multipler Sklerose werden.

Im Herbst öffnet zudem das neue Krebsforschungszentrum, wo ebenfalls Versuchstiere gehalten werden sollen.

Anne Hund

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