Bestätigung vom Stadtrat steht noch aus

Erneuter Gasteig-Zoff nach Umbau-Entscheidung: Unterlegene Architekten nicht zufrieden

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Der Gasteig-Aufsichtsrat hat sich scheinbar entschieden - für diesen Entwurf.

Der Umbau des Münchner Gasteigs ist bislang ab 2021 vorgesehen, nun scheint sich der Aufsichtsrat für ein Architekten-Modell entschieden zu haben. Zoff gibt es wahrscheinlich trotzdem.

Update vom 18. Oktober 2018: Gasteig-Zoff geht wohl weiter

Die Sanierung des Gasteig könnte sich nun doch auf unbestimmte Zeit verzögern. Wieder gibt es Zoff mit den Architekten, diesmal aber nicht mit den ursprünglichen! Die unterlegenen Bewerber, die Architekten Tobias Wulf aus Stuttgart und Moritz Auer aus München, wollen gegen die Vergabe der Sanierung an das Büro Henn vorgehen. 

Zum einen sei der Eindruck entstanden, der Aufsichtsrat habe sich von den ursprünglichen Architekten unter Druck setzen lassen. Diese hatten, wie berichtet, Urheberrechte geltend gemacht und sich für den Entwurf der Architekten Henn ausgesprochen. „Das ist aber nur ein Grund“, sagte Wulf der tz.

Ursprungsmeldung vom 12. Oktober: Gasteig-Aufsichtsrat hat sich wohl entschieden

München - Der Gasteig-Aufsichtsrat hat sich nach Informationen unserer Zeitung am Freitag darauf verständigt, den Umbau des aus dem Jahre 1985 stammenden Kulturzentrums nach dem Entwurf des Büros Henn weiterzuverfolgen. Die Entscheidung des Gremiums muss am 24. Oktober vom Stadtrat bestätigt werden. 

Zuvor hatte am Freitagvormittag eine unabhängige Bewerterkommission ihre Empfehlung abgegeben. Außer dem Münchner Büro Henn standen die Entwürfe des Büros Auer Weber (ebenfalls aus München) sowie der Wulf Architekten aus Stuttgart zur Auswahl. Das Wettbewerbsmodell von Henn ähnelt der jetzigen Architektur am ehesten und galt als Favorit. Zumal die vier ursprünglichen Gasteig-Architekten um Eike Rollenhagen die beiden anderen Entwürfe wohl ausgeschlossen haben und sich nur mit der Henn-Konzeption anfreunden konnten. Auch das könnte bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben. 

Gasteig in München: Umbau startet voraussichtlich 2021

Denn vor der freitäglichen Aufsichtsratssitzung hatte es die ganze Woche über politische Turbulenzen gegeben. Die SPD-Stadtratsfraktion unkte, die früheren Architekten würden auf ihr Urheberrecht pochen und könnten den Sanierungsplan juristisch blockieren. Dies sei vorab nicht geklärt worden. Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner sagte hingegen, er befinde sich in ständigem Austausch mit Rollenhagen. Dieser habe nur eine „Denkschrift“ verfasst, in der er zum Beispiel auf den Erhalt der Ziegelfassade und die skulpturale Großform des Baukörpers besteht. 

Wagner hatte angekündigt, der Gasteig wolle alle vier Architekten in die weiteren Planungen miteinbinden, sofern sie dies wünschten. Der Umbau des Kulturtempels ist ab 2021 vorgesehen. Der Kostenrahmen beträgt zwischen 410 und 450 Millionen Euro. Während der wohl bis 2026 dauernden Generalsanierung sollen die Gasteig-Nutzer nach Sendling umziehen. Das Interimsquartier liegt auf dem Stadtwerke-Gelände an der Hans-Preißinger-Straße

Lesen Sie auch: Streit um Gasteig-Sanierung - jetzt äußern sich Geschäftsführer und Bürgermeister.

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