Zeugen gesucht

Großfeuer am Ostbahnhof: Waren es Obdachlose?

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Das Feuer am Ostbahnhof hat am Samstag auf die IHK-Akademie übergegriffen.

München - Nach dem Großfeuer an der IHK-Akademie ermitteln die Brandfahnder der Kripo. Haben Obdachlose das Inferno verursacht?

Carlota und Iason sitzen beim Frühstück, als sie den schwarzen Rauch bemerken. Die beiden Musiker stürzen zum Küchenfenster und schauen zum IHK-Gebäude auf der anderen Straßenseite. „Iason, es brennt“, ruft die 27-jährige Pianistin und wählt 112. Ihr Freund Iason (30), Geiger bei den Philharmonikern, zerrt sie an der einen Hand aus der Wohnung im 2. Stock – mit der anderen schnappt er seine wertvolle italienische Geige.

Der Alarm geht am Samstag um 12.31 Uhr ein. An der Orleansstraße brennt’s: Eine Holzbaracke steht in Flammen, das Feuer hat auf die IHK-Akademie übergegriffen. Die Fenster im 4. Stock sind geborsten, ein Tagungsraum ist beschädigt, die Flammen schlagen fünfzehn Meter hoch.

Iason und Carlota stehen mit anderen Anwohnern auf der Straße. „Ich hatte Angst“, sagt Carlota. „Die Flammen schlugen hinüber auf unsere Straßenseite! Ich dachte, unsere Wohnung brennt gleich.“ Feuerschutz-Experten geben später Entwarnung: Die umliegenden Häuser waren nicht in Gefahr. Rund 80 Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr löschen den Brand schließlich.

Die Ursache ist ungeklärt. Carlota und Iason haben „ein paar Mal Gestalten“ auf dem Grundstück gesehen. „Vielleicht Obdachlose, die dort schlafen“, vermutet Carlota. Die Brandfahnder der Kripo ermitteln. Auch sie halten es für möglich, dass Obdachlose das Inferno verursacht haben: mit einer Kerze oder einem Gaskocher etwa.

Iason und Carlota ist nichts passiert, auch sonst wurde niemand verletzt. Sachschaden: 200 000 Euro. Das Kommissariat 13 sucht weitere Zeugen.

T. Scharnagl

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