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Jetzt reagiert die Stadt

Riesen-Streit um diesen kleinen Poller in Haidhausen

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Weg damit: Wiederholt haben Unbekannte die Poller in der Preysingstraße von der Fahrbahn geräumt.

München - Ein Streit um ein paar harmlos wirkende Poller in der idyllischen Preysingstraße in Haidhausen empört Anwohner, Autofahrer und Fußgänger. Jetzt reagiert die Stadt.

Der Streit ist beispielhaft dafür, wie unterschiedlich Interessen mitten in einem adretten Münchner Wohngebiet sein können. Das ist passiert: Die kniehohen, schweren Beton-Poller sollten in der oberen Preysingstraße das Tempo der Autofahrer drosseln. Der Straßenzug zwischen der Metz- und der Wolfgangstraße ist zwar ohnehin verkehrsberuhigt und kommt einer Spielstraße gleich, Schrittgeschwindigkeit ist Vorschrift. Aber viele Autofahrer haben sich nicht daran gehalten. Fußgänger fühlten sich in Gefahr.

Die Stadt hatte auf Drängen besorgter Bürger deshalb testweise die kleinen weißen Poller aufgestellt. Mit dem Ergebnis, dass kaum noch zwei Autos nebeneinander Platz hatten. Nicht jeder im Viertel war damit einverstanden: Immer wieder haben Unbekannte die Poller aus der Verankerung gerissen und an den Straßenrand gezerrt oder sogar ins nahe Gebüsch. Die Polizei berichtete von mehreren Vorfällen, die Täter wurden aber nie bekannt. „In der Bürgerschaft gibt es, was die Poller betrifft, sehr wohl ein Pro und Contra“, so ein Sprecher der Polizei vor Ort. Vor ein paar Tagen hat die Stadt die Poller an der Preysingstraße komplett entfernt. Die herausgerissenen Blöcke seien eine Gefahr für alle Beteiligten, hatte die Bürgerinitiative „Sichere Preysingstraße“ zuvor Alarm geschlagen. Die Initiative fordert nun aber einen Ersatz, sagt Mitglied Bernd Haak. Andernfalls drohten Autofahrer – wie schon so oft geschehen – mit 30 oder 40 Stundenkilometern über das Kopfsteinpflaster zu brettern, so seine Sorge. In der Gegend seien jeden Tag hunderte Kinder auf dem Weg in die Schule, zum Hort oder Kindergarten unterwegs, warnt Haak. Sie sollten sich sicher an der verkehrsberuhigten Straße bewegen können.

Genauso wie ältere Bewohner oder Rollstuhlfahrer. Bei einem runden Tisch wollen Vertreter von Stadt, Polizei und Politik nun mit den Bürgern eine neue Lösung finden. Die Bürgerinitiative hat schon einen Vorschlag: Sie wünscht sich als Ersatz für die Poller fest im Boden verankerte, schwere Blumenkübel. Die kann niemand aus dem Boden reißen. Autofahrer dürfte jedoch auch diese Variante wenig freuen.

Von Anne Hund

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