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Auto von Münchner wegen Rosenheim-Cops abgeschleppt – als dieser im Urlaub ist

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Von: Claudia Schuri

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Leon Innerkofler
Leon Innerkofler hat kein Verständnis für das mobile Halteverbot. © Schlaf

Es war ein schöner Urlaub in Norwegen – doch als Leon Innerkofler zurückkehrt, traut er seinen Augen nicht: Sein Auto ist weg. Einfach abgeschleppt.

München – „Ich hatte mit einem Anwohner-Parkausweis geparkt“, sagt Innerkofler. Trotzdem wurde sein Seat, der an der Ecke Falkenstraße/Dollmannstraße in Au-Haidhausen stand, abgeschleppt. „Während ich im Urlaub war, wurde ein mobiles Halteverbot aufgestellt“, sagt er. Er hält das für zu kurzfristig.

Grund dafür waren Dreharbeiten für die TV-Serie Rosenheim-Cops, wie die Produktionsfirma Bavaria Fiction bestätigt. Die Absperrung sei beantragt, genehmigt und 72 Stunden vor Inkrafttreten mit Schildern ausgewiesen worden, sagt ein Sprecher. „Alle dort zum Zeitpunkt der Aufstellung parkenden Fahrzeuge werden vornotiert.“ Jeder Halter müsse regelmäßig nach seinem Auto schauen. Fahrzeuge, die in der angekündigten Sperrfrist im Halteverbot stehen, würden der Polizei gemeldet. Diese kümmere sich um die Durchsetzung des Halteverbots, heißt es weiter.

Rosenheim-Cops
Die Rosenheim-Cops haben in Au-Haidhausen gedreht. Anwohner-Autos mussten daher weichen. © Bojan Ritan/ZDF/dpa

Au-Haidhausen: ADAC bestätigt kurzfristige Änderung beim Parken

Ein ADAC-Sprecher bestätigt das: Fahrzeughalter müssten mit kurzfristigen Änderungen rechnen, auch beim Parken. Laut ADAC gab es 2018 ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, wonach gilt: Fahrzeughalter müssen fürs Abschleppen bezahlen, wenn die Verkehrszeichen bei mobilen Halteverboten rechtzeitig aufgestellt wurden. Das heißt: mindestens drei volle Tage im Voraus.

Viele wissen das nicht – genau wie Innerkofler. „Wenn man im Urlaub ist, ist es schwer, alle drei Tage vorbeizuschauen“, sagt er. Für den Fall sollte eine andere Person das Auto kontrollieren, teilt das Mobilitätsreferat mit.

Die Polizei, die Halteverbote durchsetzt, versuche den Halter zu erreichen, bevor ein Auto abgeschleppt wird, sagt ein Sprecher. Sofern die Polizei die Kontaktdaten der Person habe, werde sie zum Umparken aufgefordert.

Au-Haidhausen: Produktionsfirma beteiligt sich nicht an Abschleppkosten

Sein Auto hat Innerkofler zwar wieder – aber das war teuer: 440 Euro Abschlepp- und Standgebühr plus 40 Euro Bußgeld. Innerkofler fragte die Produktionsfirma, ob sie aufgrund der Kurzfristigkeit einen Teil bezahle. „Ich bekam freundlich, aber bestimmt eine Absage“, sagt er. Der Sprecher von Bavaria Fiction bestätigt: Die Kosten tragen die Fahrzeughalter.

Innerkofler ist enttäuscht, vor allem aufgrund der ohnehin wenigen Parkplätze. „Umso ärgerlicher ist daher, dass diese zusätzlich verknappt werden.“ Bei Umzügen oder Baustellen sei das nachvollziehbar. Er habe aber kein Verständnis, „wenn sie für Entertainment-Zwecke blockiert werden“.

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