Nach Hasskampagne im Netz

Hofbräukeller: So versöhnten sich Wirt und Verbindung

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Streit beigelegt: Jakob Schmidkonz (l.) von der Alemannia und Wirt Ricky Steinberg.

München - Weil er keine Studentenverbindungen mehr bei sich reservieren lassen wollte, tobte gegen Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg ein Shitstorm im Netz. Nun haben sich der Wirt und Verbindungsmitglieder ausgesprochen.

Jetzt ist das Kriegsbeil endgültig begraben: Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg (44) und die katholische Studentenverbindung Alemannia haben sich am Sonntag versöhnt.

In einem „konstruktiven Gespräch“ sei eine Lösung gefunden worden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Das heißt: Die Verbindung darf ihr 135. Stiftungsfest nächstes Jahr bei Steinberg feiern.

Gleichzeitig wirkt die Alemannia mit darauf hin, dass negative Bewertungen und Kommentare von anderen Verbindungsstudenten bei Facebook und anderen Internetportalen wie Trip Advisor verschwinden.

Der Hintergrund: Nachdem Steinberg immer wieder Ärger mit Verbindungen in seinem Lokal hatte, sprach er ein pauschales Reservierungsverbot für geschlossene Veranstaltungen aller Verbindungen im Hofbräukeller aus.

Eine der Gruppen soll etwa die verpönte erste Strophe des Deutschlandlieds gesungen, andere randaliert und gepöbelt haben. Als Erstes traf das Reservierungsverbot die katholische, nichtschlagende Alemannia-Verbindung. Deren Mitglied Jakob Schmidkonz (30) stellte die Absage Steinbergs bei Facebook ein – und trat eine Empörungswelle im Internet los.

Dass der Protest so heftig ausfiel, bedauert die Verbindung heute: „Wir haben diesen Shitstorm gegen den Hofbräukeller nicht bewusst initiiert.“ Doch die Alemannia habe sich pauschal für das Fehlverhalten anderer bestraft gefühlt. „Die Alemannia lehnt aus ihrem katholischen Glauben heraus jegliche Form von Ausländerfeindlichkeit und rechtem Gedankengut ab.“

Auch Wirt Steinberg schlägt versöhnliche Töne an: Er will in Zukunft versuchen, sich im Vorfeld genau über die jeweilige Verbindung zu informieren. Solche mit rechtem Gedankengut werde er auch zukünftig nicht bewirten, ein pauschales Reservierungsverbot soll es aber nicht geben. „Ich habe in meinem Lokal keinen Platz für braune Schafe.“ Das findet auch die Alemannia gut – die Verbindung und der Wirt wollen sich in Zukunft „aus der Mitte der Gesellschaft heraus für ein weltoffenes und tolerantes München“ einsetzen. Gemeinsam.

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