Immer wieder Abriss

Kommentar: Denkmalschutz – ein zahnloser Tiger

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Doris Richter, Redakteurin in der Lokalredaktion. 

Am Isarhochufer in Haidhausen wird nun wieder ein denkmalgeschütztes Gebäude dem Erdboden gleichgemacht - zugunsten eines weiteren Hotelneubaus. München-Redakteurin Doris Richter kommentiert. 

Wieder fällt ein Teil Münchner Geschichte dem Abrissbagger zum Opfer. Das kleine Haus Hochstraße 9 in Haidhausen vermittelte vielen Passanten einen Eindruck jener Zeit, in der München noch weit entfernt war von Diskussionen über Einfahrverbote für Dieselautos. Man darf vermuten, dass das Häuschen nicht ohne Grund im Bayerischen Denkmal-Atlas gelandet ist – und damit als schützenswertes Zeugnis vergangener Kulturgeschichte galt.

Umso empörender, dass der Denkmalschutz in diesem Fall seinem Namen wieder einmal nicht gerecht wurde. War der Katzenjammer im Frühjahr noch groß, als die Rettung von drei alten Giebelhäusern an der Schwabinger Sailerstraße am nicht vorhandenen Denkmalschutz scheiterte, funktioniert es jetzt nicht einmal mit Denkmalschutz – wegen eines jahrealten rechtlichen Schlupflochs.

Für den normalen Bürger ist das immer schwerer nachzuvollziehen. Zu viele Ausnahmen, zu viele Regelungen, über die man als Außenstehender nur den Kopf schüttelt.

Über die moderne Architektur der neuen Hochstraße 9 kann man streiten. Auch darüber, ob ein Gebäude den Status eines Baudenkmals verdient. Doch irgendwann sollte Schluss mit den Diskussionen sein. Denkmalschutz sollte auch Schutz bedeuten. So wie das der Bürger erwartet.

Den ausführlichen Bericht zu dem Fall lesen Sie hier

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