Demonstration

Kommentar zum Kampf ums Maxwerk: „Peinlicher geht es nicht mehr“

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Die Proteste am Donnerstag vor dem Maxwerk.

Der Streit um einen neuen Biergarten an der Isar hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Unser Autor ist sich sicher: Peinlicher als dieser Protest geht es nicht mehr.

München - Zugegeben: Es gibt Wichtigeres als einen neuen Biergarten an der Isar. Und wenn man böswillig sein wollte, könnte man Bürgermeister Josef Schmid vielleicht noch Wahlkampfmotive bei seiner Werbetour für ein Wirtshaus an der Isar unterstellen. Oder dass er – wenn er denn einmal im Landtag säße – gleich einen Biergarten ums Eck hätte. Wäre ja praktisch. 

Aber im Ernst: Was Vertreter des Bezirksausschusses Au-Haidhausen gestern aufführten, war ein trauriges Spektakel. 

“Man darf ­zweifeln, ob der BA hier die Bürger ­repräsentiert“

Fast hätte man glauben können, es geht bei der Demo um ein neues Atomkraftwerk – und nicht um einen Biergarten. Die Protestierer haben sich mit Transparenten wie „Kein Ballermann am Maxwerk“ selbst entlarvt. Peinlicher geht es nicht mehr – und das von gewählten politischen Vertretern. Weltweit gibt es in Metropolen gastronomische Nutzungen an Flüssen, nur in München nicht. 

Ein Lokal an dieser Stelle wäre eine Bereicherung für die Stadt. Man kann es auch nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichen. Nichts würde verbaut, die Isar nicht beeinträchtigt. Die Haltung der Mehrheit des Bezirksausschusses ist kleinkariert, doch sie zeigt Wirkung. Augustiner als potenzieller Betreiber sagt, man werde das Projekt nicht gegen den artikulierten Willen der Bevölkerung durchziehen. Man darf allerdings bezweifeln, dass die Lokalpolitiker hier den Willen aller Münchner repräsentieren, vermutlich nicht einmal den der Haidhauser. Es wäre zu wünschen, dass Augustiner keinen Rückzieher macht.

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