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Heftige Wortgefechte bei Demonstration

„Kein Ballermann am Maxwerk“: Biergarten-Zoff spitzt sich weiter zu

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Geballter Protest: Bürgermeister ­Josef Schmid (r.) ist nicht amüsiert von der Demo am Maxwerk

So ein beschaulicher Platz – und so viel Ärger… Herzlich willkommen am Maxwerk unterhalb des Maximilianeums!

München - Hier, wo ein altes Wasserkraftwerk zur Gastwirtschaft werden könnte. Jedenfalls dann, wenn sich der große Zoff der Politik beilegen lässt. Für die Stadtrats-CSU ist die Sache klar: „Wir wollen so schnell wie möglich Gastronomie im Maxwerk“ – so sagt es Fraktionschef Manuel Pretzl (42). Ihm und Bürgermeister Josef Schmid (48, ebenfalls CSU) schlug gestern bei einer Besichtigung allerdings der geballte Protest von Mitgliedern des Bezirksausschusses (BA) entgegen. Und Augustiner als möglicher Restaurant-Betreiber ist beeindruckt: Gegen den „artikulierten Willen der Bevölkerung“ werde man das Projekt nicht durchziehen.

Schmid und Pretzl hatten mit so einem Empfangskomitee nicht gerechnet. Die Transparente waren eindeutig: „Isarrauschen statt Bierrausch“, „Vogelzwitschern statt Gaststättenlärm“ oder „Kein Ballermann am Maxwerk“. Heftige Wortgefechte zwischen Schmid, Pretzl und den Demonstranten – unter anderem auch mit dem eigenen CSU-Parteikollegen aus dem Bezirksausschuss, Nikolaus Haeusgen. 

Nein zur Gastronomie am Maxwerk: Die Transparente der Demonstranten waren eindeutig.

Pretzl klagt über „unseriöse Transparente“

An der Demo beteiligten sich Lokalpolitiker von CSU, SPD und Grünen, auch die BA-Vorsitzende Adelheid Dietz-Will (SPD). Bürgermeister Schmid war irritiert „von der Vehemenz des Protests“ und stellte in Frage, „ob der BA hier für die Bürger spricht“. Meinungskundgebungen seien okay, aber keine „lautstarken Beschimpfungen“. Und Pretzl empfand die Ballermann-Transparente als „unseriös und unsachlich“.

Bei all den Reibereien ging der Hintergrund des Ortstermins beinah unter: die mögliche gastronomische Nutzung des denkmalgeschützten Wasserkraftwerks an der Isar. Die Stadtwerke als Eigentümer haben Augustiner für die Umsetzung der Idee gewonnen. 

Hell und mit viel Flair: Einer der Räume im Maxwerk

BA verweist auf hohe Lärmentwicklung

Geplant ist eine Gaststätte innen und auf der Dachterrasse sowie ein Biergarten unten vorm Haus. „Eine gastronomische Nutzung der Dachterrasse mit dem Isarrauschen im Hintergrund wäre einmalig“, sagte Pretzl. Der BA lehnt das aber rigoros ab – unter anderem eben mit dem Hinweis auf zu viel Lärm.

Die Dachterrasse mit schönem Blick zur Isar könnte gastronomisch genutzt werden

Nach übereinstimmender Meinung von Stadtrats-CSU und Stadtwerken wäre es problemlos möglich, ein Wirtshaus mit Biergarten bis zur Sommer 2019 zu realisieren. Voraussetzung ist, dass Augustiner einen Bauantrag stellt. Doch die Brauerei scheut sich, diesen Schritt zu wagen, solang der BA seine Ablehnung nicht aufgibt. Dabei unterstützen nicht nur die CSU, sondern alle großen Parteien im Stadtrat das Vorhaben. Das erste Stockwerk der Immobilie wird im übrigen seit 17 Jahren von einem Künstler-Eherpaar genutzt. Die beiden müssten weichen, sollte im Maxwerk eine Gastronomie entstehen.

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