Vorschlag für Verkehrsanbindung

Mit der Seilbahn über München: Träumerei oder zukunftsweisend?

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Eine Seilbahn zwischen dem Ostbahnhof und dem Werksviertel könnte sich mancher im Bezirksausschuss Berg am Laim vorstellen.

Mit der Seilbahn auf den Gipfel des Kunstgenusses – diese Idee kommt jetzt aus Berg am Laim. Die örtliche SPD regt die Gondeln als attraktive Verbindung zwischen dem Orleansplatz und dem neuen Konzerthaus im Werksviertel an.

Berg am Laim/Au-Haidhausen - Seilbahnen werden in Bayern eher mit Bergen verbunden, doch Metropolen wie Barcelona, Ankara oder La Paz nutzen sie längst erfolgreich als zusätzliches Verkehrsmittel. Warum nicht auch in München über den Köpfen hinwegschweben, findet Hanno Schombacher. Der SPD-Politiker aus Berg am Laim bringt die Seilbahn nun als Möglichkeit für eine attraktive Verbindung zwischen Haidhausen und Berg am Laim ins Spiel. Die Gondeln könnten als Anschluss an Busse, Tram und Bahn zwischen Orleansplatz und Konzertsaal verkehren. Eventuell sogar im Konzerthaus selbst enden, so Schombachers Überlegung.

Neben den infrastrukturellen Vorteilen hält er eine solche Linie auch für eine große touristische Attraktion. „Man stelle sich vor, wie man vom Orleansplatz über die Gleise zum Konzertsaal mit Bergpanorama im Hintergrund schwebt, um dann die Alpensinfonie von Strauss zu genießen.“ Die kurze Seilbahnfahrt sollte zunächst gratis sein. Später könnte man die Strecke noch ausbauen, zum Gasteig oder zum Deutschen Museum.

„Bau braucht wenig Platz“

Schombacher glaubt, man könne so Menschen viel direkter transportieren, was die Investitionen in die Trassen deutlich billiger mache als bei Tram- oder U-Bahn. „Ihr Bau braucht wenig Platz und Masse, die Infrastruktur beschränkt sich auf Masten, Seile und Haltestellen.“

Die schlechte Verbindung vom Ostbahnhof zum Werksviertel ist durch den Bau des neuen Konzertsaals stärker in den Fokus gerückt. Aus Berg am Laim kommt fast schon gebetsmühlenartig der Ruf nach einer besseren Erschließung. Kürzlich hatte auch Bauministerin Ilse Aigner (CSU) erklärt, man müsse die Gleis-Unterführung besser gestalten. Aigner zufolge sind Bahn und Stadt bereits im Gespräch.

Der Entwurf für den neuen Konzertsaal.

Zu Jahresbeginn hatte der Vorschlag eines Architekturbüros, über die Ostbahnhof-Gleise eine belebte Brücke mit Läden, Cafés und Tanzlokalen zu spannen, für Furore gesorgt. Eine Neuinterpretation der berühmten Ponte Vecchio in Florenz als prägendes Bauwerk für den Münchner Osten.

Idee ist nicht neu

Die Idee einer urbanen Seilbahnverbindung ist ebenfalls nicht neu. Seit bei der BUGA 2005 in Riem eine Gondelbahn verkehrte, taucht das Thema immer wieder auf. Vor vier Jahren schlugen zwei Ingenieure im Zusammenhang mit der Siedlungsentwicklungsmaßnahme im Nordosten vor, eine Seilbahn von Englschalking zur Messe zu führen und sie eventuell sogar als bessere Verbindung bis zum Flughafen laufen zu lassen. Zudem waren auch schon Gondeln zwischen Thalkirchen und Harlachinger Berg im Gespräch.

Im Planungsreferat schließt man den Bau von Seilbahnen in der künftigen Verkehrsplanung zwar nicht generell aus, glaubt aber nicht, dass sie für die Münchner Fahrgastmassen die richtige Wahl wären. Denn unabhängig von der Betreiberfrage sei das Transportmittel nicht so einfach ins komplexe ÖPNV-System integrierbar, sagt Sprecher Ingo Trömer. So bräuchte es dafür unter anderem neue Umsteigeknoten.

Von Carmen Ick-Dietl

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