Mord in der Au

Wer hatte ab Montagmorgen Kontakt zum Opfer?

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Die Frau wurde in ihrer Wohnung getötet.

München - Eine 91-jährige Frau ist in München gewaltsam zu Tode gekommen. Sie wurde in der Au gefunden. Die Polizei sucht nun dringend nach Zeugen, die die Frau zuletzt gesehen haben.

Als das Wohnhaus in der Au in den 1950er Jahren erbaut wurde, zog die Schneiderin Anna Sondermaier als eine der ersten Mieterinnen ein. Seitdem wohnte die Frau in der Zwei-Zimmer-Wohnung an der Dollmannstraße im vierten Stock. Irgendwann ging sie in Rente, vor einigen Jahren verstarb ihr Ehemann. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters war Sondermaier bis zuletzt in ihrem Viertel unterwegs.

Mit 91 Jahren ist die Seniorin nun Opfer einer Gewalttat geworden. Anna Sondermaier wurde in ihrer eigenen Wohnung ermordet. Wer der Täter ist und warum er ihr das Leben nahm, ist noch völlig unklar.

Jeden Tag bekam Sondermaier Besuch eines privaten Pflegediensts, der ihr auch Essen lieferte. So auch am Montag gegen 11.40 Uhr. Da war sie noch wohlauf. Der Pfleger ist die letzte bekannte Person, die Sondermaier noch lebend gesehen hat. Als er tags darauf gegen 10.15 Uhr mit seinem Schlüssel die Wohnungstüre öffnete, fand er Sondermaier leblos auf. Sein Pflegedienst verständigte einen Arzt, der den Tod der Frau feststellte. Dem Arzt kamen Zweifel, ob Sondermaier eines natürlichen Todes gestorben war. Er verständigte die Polizei. Eine Obduktion brachte am Dienstagabend die traurige Gewissheit: Anna Sondermaier starb durch Gewalteinwirkung.

Wo der Pfleger Sondermaier auffand und welche Zeichen von Gewalteinwirkung ihr Körper aufwies, will Markus Kraus, Chef der Mordkommission, am Mittwoch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten. Auch über das Motiv herrscht noch Unklarheit. „Wir müssen noch abklären, ob in der Wohnung etwas fehlt“, sagte Kraus in Bezug auf einen möglichen Raubüberfall. Übermäßig wohlhabend soll Sondermaier jedoch nicht gewesen sein. Die Polizei hat den vollen Namen der Rentnerin veröffentlicht, weil sie auf Hinweise aus der Bevölkerung hofft (Tel.: 089/291 00). Es geht vor allem darum, wer nach Montag um 11.40 Uhr noch Kontakt mit ihr hatte.

Mord in der Au: Bilder vom Tatort

Mord in der Au: Bilder vom Tatort

Am Mittwochmittag gehen Beamte in weißen Anzügen und blauen Überziehschuhen in der Wohnung ein und aus. Die Spurensicherung überprüft die Wohnung akribisch, sucht nach Spuren des Täters. Gegenüber des Wohnhauses durchforstet eine Hundertschaft von Polizisten Gebüsche, Mülleimer und Garagendächer. Die Nachbarn Sondermaiers sind von der Tat betroffen. „Sie war stets ordentlich gekleidet mit Rock, Bluse, Strumpfhose und hohen Absätzen“, berichtet Meike Wittmann aus dem fünften Stock. Sondermaier habe zurückgezogen gelebt, immer samstags sei der Neffe zu Besuch gekommen. Ohne Lift sei der Weg aus dem Haus für sie mühsam gewesen, eine halbe Stunde habe sie zurück in den vierten Stock gebraucht. Bekannt ist aber auch, dass Sondermaier jeden Donnerstag an einer Betreuungsgruppe für Demenzkranke in einer nahegelegenen Einrichtung teilnahm. Trotz ihres hohen Alters lief sie alleine dort hin und wieder zurück. Am vergangenen Donnerstag war sie zum letzten Mal dort.

Zeugen gesucht

Die Polizei sucht aber dringend nach Zeugen. Wichtig ist vor allem: Wer hat die Frau zuletzt gesehen? Wer Angaben zum Opfer, ihren Lebensumständen sowie zur Tat oder dem Täter Hinweise geben können, wird gebeten sich mit der Mordkommission München unter 089 / 29100 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Angelo Rychel

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