Stadtteil-Check

Das stinkt den Haidhausern

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Insgesamt sind die Haidhauser ein glückliches Volk. Doch über die hässliche und viel befahrene Rosenheimer Straße und die angespannte Parkplatzsituation ärgen sich viele täglich.

München - Das Münchner Viertel Au-Haidhausen ist bei vielen beliebt. Die Mieten dort kann sich aber nicht jeder leisten. Die Haidhauser selbst stören aber ganz andere Sachen.

Die gute Nachricht zuerst: Einmal abgesehen von den Mieten und Immobilienpreisen bewerten die Haidhauser ihren Stadtteil fast ausschließlich mit Bestnoten. Egal ob Einkaufsmöglichkeiten, Kinderbetreuung, Gastronomie, Freizeit- und Sportangebote oder die Qualität der Umwelt - die überwiegende Mehrheit der Viertel-Bewohner, die bisher am Stadtteil-Check teilgenommen haben, ist höchst zufrieden.

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Die Münchner Au: Ein Dorf mitten in der Stadt!

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Eine repräsentative Auswertung wird aber erst möglich sein, wenn genügend Münchner den Fragebogen (siehe unten) ausgefüllt und abgeschickt haben (hier geht's zu den Preisen). Die Universität Augsburg wird die Daten dann analysieren und anschließend die Ergebnisse präsentieren. Dank der regen Teilnahme lassen sich jedoch schon jetzt erste nicht-repräsentative Tendenzen aus den Fragebögen herauslesen - zum Beispiel für den Stadtteil Au-Haidhausen.

Wird die gute Nachbarschaft durch Luxus-Immobilien bedroht?

Im Großen und Ganzen genießen die Haidhauser ihr Viertel und dessen Vorzüge in vollen Zügen.

Die Haidhauser lieben ihr Viertel wegen der Nähe zum Zentrum und zur Isar, vor allem aber wegen des einzigartigen Flairs. Viele schreiben von dem Gefühl in einem "Dorf in der Stadt" zu wohnen, auch von einer "heimeligen Insel" ist die Rede. Dazu tragen neben der Architektur, den vielen Innenhöfen und verwinkelten Gassen auch die zahlreichen kleinen Geschäfte bei. Ebenfalls oft erwähnt wird, dass alles gut zu Fuß erreichbar beziehungsweise nur um die Ecke ist. Als besonders wichtig und gut bewerten die Haidhauser auch ihre Nachbarn. Dazu zählt für Günther R. das "freundliche Miteinander von Jung und Alt" ebenso wie für Emilie O. und viele andere die Möglichkeit, den Nachbarn während des Urlaubs guten Gewissens den Schlüssel für die eigene Wohnung anvertrauen zu können.

Das klingt alles sehr rosig. Es gibt aber auch Grund zu Kritik - eine Reihe von Sachen, die die Haidhauser aufregen oder ihnen Angst machen, einmal abgesehen von den ständig steigenden und horrend teuren Mieten. Vor allem die Sanierung mancher Altbauten zu Luxus-Wohungen betrachten viele mit Argwohn. Denn die Haidhauser selbst sehen sich eher als "bodenständig". Durch den Bau beziehungsweise die Aufwertung von Wohnungen zu Luxus-Immobilien befürchten sie, dass die nach Ansicht von Sabine E. "traditionell gemischte Bevölkerungsstruktur" durch den Zuzug von "Neureichen" negativ verändert wird.

Parkplatz-Not, Müll und langsam schaltende Ampeln

Diese Entwicklung steht jedoch erst am Anfang. Frustrierende Realität für die Haidhauser ist die seit Jahren angespannte Parkplatzsituation. Als Beispiele wurden zugeparkte Straßen ebenso wie rücksichtslos auf Geh- und Radwegen abgestellte Autos genannt. Auch das hohe Verkehrsaufkommen - vor allem entlang der Rosenheimer Straße - beklagen viele Viertel-Bewohner. Zu den alltäglichen Ärgernissen gehören aber auch Müll und Hundehaufen, die auf Straßen und Grünanlagen liegen und von der Stadt - zumindest aus Sicht der Haidhauser - zu selten beseitigt werden. Zu langsam schaltende Fußgängerampeln und die lieblose Gestaltung einzelner Häuser oder Plätze gehören hingegen eher zu den Luxus-Problemen eines offenbar insgesamt recht glücklichen Stadtteils.

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