Vogel hat jetzt einen neuen Namen

Entflohener Pelikan nicht mehr in München - hier wurde er nun gesichtet

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Der Pelikan wurde erneut beim Isarwehr in der Nähe von Moosburg gesichtet - nun von Leser Robert Schrödl.

Eine ungewöhnliche Entdeckung haben Spaziergänger in München gemacht: Einen Pelikan. Experten wunderten sich. Jetzt wurde der exotische Gast in der Region von einem Leser mit der Kamera eingefangen.

Update vom 5. November 2018:

Scheinbar hat es sich der Pelikan bei Moosburg bequem gemacht. Denn nun wurde er von einem weiteren Leser dort gesichtet. Unser Leser Robert Schrödl entdeckte den exotischen Besucher ebenfalls in der Nähe von Moosburg an der Isar. Vielleicht gefällt dem Pelikan das ruhige Wasser vor dem Isarwehr ja besonders gut.

Update vom 4. November 2018: 

Vor zwei Wochen haben Spaziergänger an der Isar einen Pelikan entdeckt – er war aus einem Raritätenzoo in Ebbs ausgebüxt. Vergangene Woche versuchten Experten, das Tier einzufangen – vergeblich. Nun tauchen täglich neue Fotos auf, die „Isarbelle“ in der Nähe von Moosburg (Landkreis Freising) zeigen: fit und wohlgenährt – wie auf dem Foto zu sehen ist, das unser Leser Stefan Kurkowski am Isarwehr aufgenommen hat. Sobald das Tier zur Ruhe gekommen ist, will seine Besitzerin einen neuen Fangversuch starten.

Update vom 26. Oktober 2018:

So nah ist die Zoo-Direktorin Marion Mayr ihrem entflohenen Sprössling, dem Isar-Pelikan, lange nicht mehr gekommen. „Wir hatten Blickkontakt“, sagte Mayr, nachdem der Vogel in Eittingermoos, im Norden des Münchner Flughafens, aufgetaucht war. Allerdings blieb es auch bei diesem Blickkontakt. Denn der reichte, um den Pelikan erneut aufzuscheuchen. Bevor ein erneuter Fangversuch überhaupt gestartet werden konnte, machte sich der Pelikan schon wieder aus dem Staub - seitdem fehlt jede Spur.

Die wichtigste Erkenntnis dieses missglückten Fangversuchs. „Der Pelikan hat einen topfitten Eindruck gemacht“, sagt Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Damit sei die Sorge, der in Gefangenschaft aufgewachsene Jungvogel finde keine Nahrung und stehe kurz vor dem Verhungern, zunächst einmal vom Tisch.

Stattdessen ginge es jetzt darum, den Vogel zunächst ein wenig zur Ruhe kommen zu lassen. „Er machte einen verschreckten Eindruck und lässt auch Passanten nicht mehr in seine Nähe“, schildert Erlwein weiter. Vor einem nächsten Fangversuch solle sich der Pelikan zunächst an einen Ort gewöhnen. 

Gewöhnen muss er sich auch an seinen neuen Namen. Internetnutzer hatten auf der Seite des LBV für den Namen „Isarbelle“ votiert. Ob diese Wahl das Vertrauen des Pelikans in den Menschen wieder steigern kann, gilt als extrem unwahrscheinlich.

Updates vom 25. Oktober 2018: 

19.23 Uhr: Die Suche nach dem Isar-Pelikan geht weiter – und die Schlinge zieht sich zu. Am Donnerstag wurde der Vogel gleich zweimal nördlich des Münchner Flughafens gesichtet. In der Früh nahm das Tier ein Bad in der Isar bei Niederhummel, einem Dorf zwischen Freising und Moosburg. Am Nachmittag wurde er in Eittingermoos, nördlich des Flughafens, gesichtet. Marion Mayr, Chefin des Raritätenzoos Ebbs, war am Abend auf dem Weg nach Eittingermoos.

Der frühere Hellabrunn-Chef Henning Wiesner rät zu einem besonnenen Vorgehen. „Man hat es mit einer Netzpistole versucht. Das ist aussichtslos“, meint Wiesner. Seine Empfehlung: „Die einzige Möglichkeit ist es, den Vogel mit einem gezielten Blasrohrschuss zu betäuben.“ Dafür sei es aber notwendig, den Pelikan an einen Ort zu gewöhnen, ihn dort mit Weißfisch anzufüttern, ansonsten aber einige Tage in Ruhe zu lassen. Dann könne ein Blasrohrschütze nahe genug an das Tier herankommen.

Ein Fehler wäre es, dem Tier Betäubungsmittel unter das Futter zu mischen. „Dann besteht die Gefahr, dass der Pelikan beduselt losfliegt. Und wenn er erst mal Wind unter den Schwingen hat, finden sie ihn nicht mehr wieder“, warnt Wiesner. Für den Vogel bestünde dann Lebensgefahr. Wiesner: „Wenn das Mittel wirkt, wird er irgendwo ohnmächtig. Entweder erfriert er oder er wird zur leichten Fuchs-Beute.“

Ob der Pelikan dauerhaft in freier Wildbahn überleben kann, hängt neben der Nahrung vor allem von der Kälte ab. „Die Seen dürfen nicht zufrieren“, sagt Wiesner. Der Pelikan braucht freie Wasserflächen, um übernachten zu können. „Auf Frostboden verbrennt es ihm förmlich die Schwimmhäute“, erklärt der ehemalige Leiter des Tierparks Hellabrunn. Diese sterben dann ab. Theoretisch könnte der Pelikan aber, mit genügend Luft unter seinen Schwingen, sogar das Donaudelta erreichen, wo die Art eigentlich heimisch ist. Wiesner: „Ob ihm das gelingen kann, ist aber mit mehreren riesengroßen Fragezeichen versehen.“

Updates vom 23. Oktober 2018:

18:48 Uhr: Der Pelikan aus Österreich setzt seine Reise Richtung Norden weiter fort. Das Tier wurde inzwischen bei Manching gesehen, wie der „Donaukurier“ berichtete. Ein Autofahrer soll ihn am Dienstagnachmittag beim Überfliegen der Autobahn A9 bei Manching gesichtet und sofort den Landesbund für Vogelschutz (LBV) informiert haben.

13:53 Uhr: Neues vom Pelikan: Nachdem das Tier, das aus der Nähe von Kufstein stammt, völlig überraschend in München auftauchte, ist es nun scheinbar weitergeflogen. Zunächst hatte die Feuerwehr München versucht, das Tier einzufangen.

Die Redaktion des Freisinger Tagblatts bekam den Hinweis, dass der Pelikan im Landkreis Freising gesichtet wurde.

Am Samstag war er jedenfalls noch in Oberföhring unterwegs, wie Leser Günther Breckner berichtet. Er konnte ihn dort ca. 100 Meter vom Stauwehr entfernt fotografieren. Vor drei Jahren sorgte ein Flamingo im Tegernsee für ähnliche Verwunderung

Am Samstag hat ein Leser den Pelikan noch am Stauwehr in Oberföhring gesehen.

Haben Sie den Pelikan auch gesehen? Vielleicht haben Sie sogar ein Handyfoto von dem Tier gemacht? Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@merkur.de. Schreiben Sie dazu, wann und wo genau Sie den Pelikan gesehen haben. 

Update 22. Oktober 2018: Der Pelikan auf der Isar in München stammt wohl aus Österreich. Der Raritätenzoo in Ebbs in der Nähe von Kufstein vermisse das Tier schon seit mehr als einem Monat, sagte Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) am Montag in München.

Aufruf zur Suche des Isarpelikans durch den LBV: 

Wenn das stimmt, hat der Rosapelikan eine beträchtliche Strecke von rund 85 Kilometern bewältigt. „Er kann sehr gut fliegen und er hat eine sehr gute Kondition, was man bei einem Zoovogel nicht vermuten würde“, hieß es vom Raritätenzoo. Nach seinem Verschwinden Mitte September sei er rund 25 Kilometer entfernt im oberbayerischen Brannenburg entdeckt worden, er ließ sich aber nicht einfangen. 

Dann verlor sich die Spur des Tieres. Vor gut einer Woche wurde es in München gesichtet. Der LBV rief dazu auf, den Standort des Pelikans zu melden.

Pelikan wohl kein wildlebendes Tier 

Update, 21. Oktober 2018: Der Pelikan, den Spaziergänger auf der Münchner Isar gesichtet und fotografiert haben, ist kein wildlebendes Tier. „Der Pelikan stammt sicher aus einer Zucht“, sagte Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Samstag. Vor gut einer Woche war der Wasservogel mit dem markanten Schnabel zum ersten Mal auf der Isar gesehen worden. Auf Fotos des Tieres war eindeutig zu erkennen, dass es an einem Fuß beringt ist. „Das ist aber kein offizieller Ring einer Vogelwarte“, erklärte Erlwein. Deshalb sei es sicher, dass der sogenannte Rosapelikan aus einer privaten Zucht stamme.

Auch nach Auffassung des Münchner Tierparks Hellabrunn ist der auffällige Gast kein wildlebendes Tier. „Es gibt Projekte zum Beispiel in Griechenland, bei denen auch wildlebende Pelikane erfasst und gezählt werden“, sagte eine Zoo-Sprecherin. Pelikane kommen in freier Wildbahn vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. Bestände gibt es auch im rumänischen Donaudelta. Es steht aber fest, dass der Isar-Pelikan nicht von dort kommt.

Ausgeschlossen ist den Experten zufolge auch, dass das Tier aus einem Zoo oder Vogelpark des Münchner Umlands stammt. In Hellabrunn sind alle Pelikane in der Volière. „Unser Bestand ist komplett“, bestätigte die Sprecherin. Auch der Vogelpark in Olching und der Augsburger Zoo vermisse kein Tier.

Zuletzt hatte sich der Pelikan nach Angaben des LBV an der Praterinsel nahe dem Deutschen Museum und weiter südlich bei Straßlach aufgehalten. Dort war es auch gelungen, Fotos von dem Tier zu machen.

Der Isar-Pelikan hat gute Chancen, den Winter zu überleben. „Die Kälte macht ihm nichts aus und Fische findet er in den Seen rund um München“, sagte Erlwein. Frieren die Seen allerdings vollständig zu, wird es für den Vogel schwer, Nahrung zu finden. „Ein richtig strenger Winter könnte also zum Problem werden.“

Video: Ungebetene Gäste - Wenn Wildtiere zum Einbrecher werden

Die Ursprungsmeldung:

München - Spaziergänger haben an der Münchner Isar einen Pelikan gesichtet. Der Wasservogel mit dem markanten Schnabel habe sich zuletzt an der Praterinsel nahe dem Deutschen Museum und weiter südlich bei Straßlach aufgehalten, bestätigte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Samstag. Dort gelang es auch, Fotos von dem Tier zu machen. Den Experten zufolge handelt es sich um einen sogenannten Rosapelikan.

Pelikan an der Isar könnte ausgebüxt sein

Auf den Fotos war zu erkennen, dass der Pelikan am Fuß beringt ist. „Das ist aber kein offizieller Ring einer Vogelwarte“, sagte Markus Erlwein vom LBV am Samstag. Deshalb sei das Tier mit Sicherheit aus einer Zucht ausgebüxt. Pelikane kommen in freier Wildbahn vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. Bestände gibt es auch im rumänischen Donaudelta.

Tierpark Hellabrunn vermisst keinen Pelikan

Klar ist, dass das Tier nicht aus dem Münchner Umland stammt. Im Münchner Tierpark Hellabrunn sind alle Pelikane in der Volière. „Unser Bestand ist komplett“, sagte eine Zoo-Sprecherin am Samstag. Auch der Vogelpark in Olching und der Augsburger Zoo vermisse kein Tier. Der Isar-Pelikan hat gute Chancen, den Winter zu überleben. „Die Kälte macht ihm nichts aus und Fische findet er in den Seen rund um München“, so Erlwein weiter.

dpa

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