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Letzter Teilnehmer von ungewöhnlicher München-Aktion beeindruckt: „Wunderbar, hat mich sehr berührt“

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Von: Christina Meyer

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Blick auf die Baustelle von Ludwigsbrücke und Rosenheimer Straße.
Blick auf die Baustelle von Ludwigsbrücke und Rosenheimer Straße. © Markus Götzfried

In den ersten Minuten hat Maximilian Schlegel (45) doch ein mulmiges Gefühl im Bauch. Hier, in diesem engen Holzkubus, wird er nun eine ganze Stunde verbringen?

München - Als letzter Teilnehmer des Projekts „Türmer München – deine Stunde über der Stadt“ durfte der Vertriebskoordinator den Sonnenaufgang vom Aussichtsraum auf dem Dach des Gasteigs beobachten: „Es war wunderbar und hat mich sehr berührt.“

Die Aussichtsstelle auf dem Dach des Gasteigs.
Die Aussichtsstelle auf dem Dach des Gasteigs. © Markus Götzfried

Aktion „Türmer München“: Teilnehmer durften Sonnenauf- oder untergang beobachten

Ein Jahr lang lief die ungewöhnliche Aktion „Türmer München – deine Stunde über der Stadt“. Jeweils eine Person durfte aus einem eigens auf dem Dach der Philharmonie errichteten Aussichtscontainer den Sonnenauf- oder untergang beobachten. Die Idee stammt von der belgisch-australischen Choreografin Joanne Leighton, die das Kunstprojekt auch in anderen Städten verwirklicht. 730 Teilnehmer waren in München* dabei. Sie konnten sich online anmelden: „Der Ansturm war enorm, unsere Server wären fast zusammengebrochen“, sagt Gasteig-Chef Max Wagner. „Ich bin sehr dankbar für dieses Projekt – oft liegt in den einfachsten Ideen etwas ganz Besonderes.“

Holzkubus in München
Eng, aber eine tolle Aussicht: der Münchner Maximilian Schlegel (45) in dem Holzkubus. © Markus Götzfried

Um 7.55 Uhr durfte Maximilian Schlegel am Sonntag (12. Dezember) als Letzter die Stille und den Blick auf sich wirken lassen. „Am Anfang habe ich nur einzelne Menschen auf der Straße wahrgenommen, auch in der Luft flog jede Krähe für sich“, sagt der Münchner. Mit der Zeit habe sich das geändert – er sah immer mehr Paare, die gemeinsam unterwegs waren, und ganze Vogelschwärme. „Von der Einsamkeit zur Gemeinsamkeit – das war meine Erfahrung in dieser Stunde.“ Und dazu immer der Blick auf die Großbaustelle auf Ludwigsbrücke und Rosenheimer Straße: „Das war für mich ein Symbol, dass wir alle am Leben arbeiten müssen. Auch um diese Pandemie zu bewältigen.“

Die Eindrücke aller Teilnehmer, darunter auch Max Wagner und Bürgermeisterin Katrin Habenschaden, sind nachzulesen auf dem Blog www.tuermer-muenchen.de. (Christina Meyer)

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