Haidhausen: Es geht auch um den Verlust von Grünflächen

45-Meter-Hotel-Turm mitten im Zentrum von München: Kontroverses Bauprojekt „Orleanshöfe“ stößt auf Kritik

Markanter Turm: So soll der Orelansplatz künftig aussehen.
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Markanter Turm: So soll der Orelansplatz künftig aussehen.

Der geplante Bau eines Gebäudekomplexes zwischen Orleans- und Haidenauplatz stößt im Bezirksausschuss auf Kritik. Grünflächen und neue Wohnungen sollen wegen des Projekts zu kurz kommen.

  • Im Münchner* Stadtviertel Haidhausen sorgt ein umstrittenes Bauprojekt für Ärger.
  • Künftig wird über dem Orleansplatz ein 45-Meter-Hotelturm thronen.
  • Kritik gibt es, weil deswegen wohl weniger Wohnungen entstehen, und Grünflächen wegfallen.

München - Bei der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Au-Haidhausen äußerte der Unterausschuss Planung Bedenken an einem Bauprojekt entlang der Orleansstraße.

Franz Klug (Grüne) bemängelte die geplante Höhe des Gebäudes: „Der Turm soll 45 Meter hoch werden. Das ist ungefähr doppelt so hoch wie alles andere am Orleansplatz.“ Außerdem sei der gewählte Baugrund zwischen dem Orleansplatz und dem Haidenauplatz laut den Haidhausener Lokalpolitikern nicht der richtige Ort für ein Hochhaus. „Ein Hochpunkt wird weitere mit sich ziehen. Am Orleansplatz ist einfach nicht genug Freiraum“, so Brigitte Wolf (Die Linke).

Jörg Spengler (Grüne), Vorsitzender des BA, spricht sich jedoch für einen Bau in die Höhe aus. „Wir sind kein Dorf, sondern eine Großstadt. Vor allem sollten wir immer flächensparendes Bauen unterstützen.“ Es gebe zudem nur die Einschränkung, dass Neubauten kleiner als das 63 Meter hohe Technische Rathaus in der Friedenstraße 40 sein müssen, merkt Heinz-Peter Meyer (SPD) an. Diese Vorgabe halte das Projekt „Orleanshöfe“ ein.

Die Grundstücksverwaltungs- und -verwertungsgesellschaft (GVG) vertritt die Orleanshöfe GmbH bei der Entwicklung des Gebiets. Der BA hofft, dass sich die GVG und die Orleanshöfe GmbH von ihrem Entschluss abbringen lassen, den Turm des Gebäudes zu einem Hotel zu machen. Nach Angaben der GVG sollen die unteren vier Stockwerke des Gebäudes Wohnräume werden, so würden neben den Hotelräumlichkeiten in den höheren Etagen etwa 64 Wohnungen entstehen.

„Es werden im Endeffekt sicher weniger Wohnungen entstehen“

Die Lokalpolitiker sind nicht überzeugt, dass dies auch so verwirklicht wird: „Es werden im Endeffekt sicher weniger Wohnungen entstehen.“ Nina Reitz (SPD) betont, dass es noch nicht genügend Grundlagen gibt, um bereits Schlüsse zu ziehen. „Es ist aber grundsätzlich wichtiger, für mehr Wohnraum – oder zumindest Gewerbeflächen – zu plädieren als für eine Verringerung der Höhe“, so Reitz. Brigitte Wolf (Linke) stimmt dem zu. Der Wohnraum sei so knapp, warum müsse man dann ausgerechnet ein Hotel bauen?

Beim letzten Streitpunkt in Bezug auf die „Orleanshöfe“ handelt es sich um den durch das Bauprojekt bedingten Verlust von Grünflächen. In einem Beschluss von 2019 habe die GVG angeboten, diesen durch eine Grünflächenkompensation im Hypopark auszugleichen, so der BA. Die Verbesserung der Natur an dieser Stelle und die Bebauung von Grünflächen am Orleansplatz und am Haidenauplatz sollen sich aufheben. Diese Lösung lehnen die Haidhausener Lokalpolitiker jedoch ab. So wird sich noch zeigen, wie und in welcher Form der Bau der „Orleanshöfe“ voranschreitet. SOPHIA BELLIVEAU - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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