Lange Schlangen beim KVR

Neues System, alter Ärger: Warte-Wahnsinn am Bürgerbüro lässt Münchner verzweifeln

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Mittwochmorgen am Bürgerbüro an der Orleansstraße: Über eine Stunde mussten die Münchner hier warten.

Geduldig muss sein, wer derzeit das Bürgerbüro in Haidhausen besucht. Die langen Schlangen vor dem KVR haben einen ganz besonderen Grund.

München - Über 120 Meter zieht sich die Warteschlange die Orleansstraße entlang. „Wann geht’s denn endlich weiter?“, murmelt eine Dame. Der Herr neben ihr gibt entnervt auf – und entschließt sich, wieder heimzugehen. Wer derzeit in der Früh zum Bürgerbüro in Haidhausen will, braucht jede Menge Geduld und gute Nerven. Kurz vor der Ferienzeit stürmen nämlich viele Münchner das Amt – meist um Ausweis oder Reisepass verlängern zu lassen. Und die Stadt bekommt den Ansturm nicht in den Griff…

Der Warte-Wahnsinn ist an sich nicht neu. Und die Stadt hat eigentlich schon reagiert – doch geändert hat sich kaum etwas vor den Eingangstüren der KVR-Filialen. Die Bürgerbüros haben zuletzt ja auf ein Online-Terminvergabesystem umgestellt. Ausgenommen davon ist nur das Hauptgebäude des Kreisverwaltungsreferats (KVR) an der Ruppertstraße. Dort ziehen die Bürger nach wie vor Warte-Nummern. Allerdings: Wenn der große Umbau des Hauses fertig ist, läuft die Terminvergabe auch hier nur noch per Internet oder Telefon.

Umstellung läuft weiter schleppend

Problem: Viele Münchner wissen von der Anmeldepflicht in den Bürgerbüros noch nichts. Außerdem merkt so mancher erst jetzt kurz vor den Pfingstferien, dass beispielsweise sein Reisepass abgelaufen ist – und er noch schnell einen Nottermin braucht. Für solche Fälle gibt es in der Behörde an der Orleansstraße nur einen Schalter – besetzt mit zwei Mitarbeitern. Also wieder lange Warteschlangen!

Das KVR hat viel zu tun: Tausende Menschen ziehen jährlich nach München. Fast 800.000 Behördenbesuche verzeichnete das KVR 2017. Für 2018 werden fast 830.000 Vorgänge erwartet. Was tun? Das KVR verspricht zwar, die Kapazitäten zu erweitern, nennt dazu aber kein konkretes Zeitfenster. Geplant ist laut KVR-Sprecher Johannes Mayer, einige Standorte zu vergrößern – auch den an der Orleansstraße. Mit mehr Personal, versteht sich. „Wer sich aber rechtzeitig um einen Termin kümmert, muss auch jetzt nicht warten“, sagt er.

Die Behörde sucht derzeit neue Büros in Ramersdorf-Perlach, im Nordwesten (nahe Bahnhof Moosach). Auch an der Leonrodstraße soll erweitert werden Aber das wird noch ein Weilchen dauern: Und so müssen viele Münchner weiter anstehen…

Lesen Sie auch: Trotz Schwerbehinderung: Münchnerin muss im KVR lange warten

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Haidhausen - mein Viertel“.

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