Kein Schmuckstück

Neuer Glanz fürs alte Maxwerk? Ein Plan sorgt für große Skepsis

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Rundum verschandelt: das denkmalgeschützte Maximilianswerk von 1895. 

Das Maxwerk in den Maximiliansanlagen in München sieht erbärmlich aus. Die Fassade ist völlig mit Graffitis verschmiert. Nun soll sich endlich etwas an dem historischen Gebäude ändern.

  • Das Maxwerk liegt in den Maximiliansanlagen in München am Auer Mühlbach in Isar-Nähe.
  • Es ist das älteste noch betriebene Wasserkraftwerk Münchens. 
  • Seit Jahren gibt es Zoff um das denkmalgeschützte Gebäude

München - Die Stadtwerke (SWM) werden die denkmalgeschützte, aber völlig verschmierte Fassade des „Maxwerks“ am Auer Mühlbach sanieren. Wie lange dies etwas bringt, darüber herrscht Skepsis. Eine Umzäunung des Gebäudes als Schutz vor Vandalismus wird es aus Denkmalschutzgründen nicht geben, hieß es auf Anfrage bei den SWM. Ebenso wird kein Graffitischutz durch entsprechende Anstriche auf der Fassade vorgenommen werden können, da ein solcher Anstrich ebenfalls den engen Vorgaben einer denkmalgerechten Sanierung nicht entspricht. Ob das Gebäude so auf Dauer ansehnlich bleibt, darüber scheiden sich die Geister.

Historisches Maxwerk bleibt ein Thema

Die für das Frühjahr geplante Sanierung des Maxwerks werten die Lokalpolitiker des örtlichen Bezirksausschusses Au-Haidhausen (BA) als Erfolg. Sie begrüßen auch, dass das Gebäude nicht umzäunt wird. Ein entsprechender vom BA an die Stadt gestellter Antrag trägt nun also seine Früchte. 

In diesem wurde gefordert, dass sich die Stadtwerke um die Reinigung der Außenwände und die Entfernung der Graffitis kümmern sollen. Zwar gehen die Lokalpolitiker selbst davon aus, dass es erneut zu Schmierereien kommen kann, darauf wollen sie jedoch vorbereitet sein. „Wir müssen dranbleiben“, so Nikolaus Haeusgen (CSU). Der Vorschlag von BA-Mitglied Barbara-Sylvia Schuster (SPD), „aus guten Gründen“ nochmals über eine Kameraüberwachung nachzudenken, fand jedoch in der jüngsten Sitzung des Gremiums wenig Zustimmung. Bereits bei einer früheren Abstimmung wurde gegen Kameras an der Stelle gestimmt. „Wenn jetzt allerdings schon davon ausgegangen wird, dass es zu neuen Verschmutzungen kommen wird, wie soll man sich denn sonst davor absichern“, fragte Schuster. 

Maxwerk München: Biergarten-Pläne sind vom Tisch 

Denn: Konkrete Ideen, was mit dem Laufwasserkraftwerk knapp unterhalb der Maximiliansbrücke passiert, gibt es nicht.

Was wesentlich am BA liegt. Die Idee der SWM, einen Gastronomiebetrieb in das Maxwerk aufzunehmen und es gleichzeitig so vor Graffiti-Sprayern schützen zu können, wurde vom BA verhindert. Begründet wurde dies mit der unpassenden Lage in einem Landschaftsschutz- und Erholungsgebiet. Die Brauerei Augustiner sprang letztlich ab.

Die Isar lässt niemanden kalt. Die Ablehnung des Bad-Projekts hat im Münchner Stadtrat eine hitzige Diskussion über die Zukunft des Flusses ausgelöst. Wie der Fluss die Stadt spaltet, zeigen wir hier. Im Münchner Stadtteil Au-Haidhausen zeigt sich das Dilemma der Stadt München im Kleinen. Es ist schlicht kein Platz mehr da.

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