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Ursprüngliche Architekten lehnten Pläne offenbar ab

Großer Zoff um den Gasteig: Sanierung ist gefährdet, Rechtsstreit droht

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Der Gasteig, wie er heute in der Rosenheimer Straße steht.

Die Sanierung des Gasteigs steht auf der Kippe. Nun droht sogar ein Rechtsstreit um das Urheberrecht. Ob und um wie lange sich die Sanierung verzögern könnte, ist nicht klar. 

München - Die Sanierung des Gasteigs steht auf der Kippe. Eigentlich sollte am Freitag von einer 21-köpfigen Jury der Siegerentwurf für den Umbau gekürt werden. Doch die ursprünglichen Architekten lehnen die Pläne offenbar ab. Es droht ein Rechtsstreit um das Urheberrecht. Die Sanierung des Konzerthauses könnte sich mithin auf Jahre hinaus verzögern. 

Einer der ursprünglichen Planer sagte auf Anfrage, es sei ein völlig normaler Vorgang, die Urheberrechte zu beanspruchen, wenn ein Gebäude entstellt werde. „Und diese Gefahr besteht.“ In Politikkreisen hieß es, es gebe auf Seiten der ursprünglichen Architekten Befindlichkeiten, weil die Gasteig-Väter nicht in die Umbaupläne involviert gewesen seien. Das 445.000 Quadratmeter große Kulturzentrum wurde 1975 von der Architektengemeinschaft Raue, Rollenhagen, Lindemann und Grossmann konzipiert.

Stadtratsfraktion teilt mit: „entscheidende Fragen“ nicht rechtzeitig geklärt

In dem Komplex sind die zentrale Stadtbibliothek, die Volkshochschule, die Hochschule für Musik und Theater und die Philharmonie untergebracht. Weil das Gebäude in die Jahre gekommen ist, hat sich die Stadt für eine Generalsanierung entschieden. Der Umbau mit einem Kostenrahmen zwischen 410 und 450 Millionen Euro war von 2021 bis etwa 2026 vorgesehen. Die Gasteignutzer sollten in dieser Zeit nach Sendling ausgelagert werden.

Doch all diese Pläne sind nun gefährdet, worüber die Rathaus-SPD sehr irritiert ist. Wie die Stadtratsfraktion mitteilt, seien „entscheidende Fragen“ nicht rechtzeitig geklärt worden. „Sollte sich dadurch ein Konflikt mit den Urheberrechtsinhabern ergeben, gefährdet dies möglicherweise das gesamte Projekt der Gasteig-Sanierung und kostet wohl bereits im günstigsten Fall eine Millionensumme“, sagt Fraktionschef Alexander Reissl. Die Verantwortung tragen nach Dafürhalten der Sozialdemokraten der Aufsichtsratsvorsitzende der Gasteig GmbH und Bürgermeister Josef Schmid (CSU) sowie Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner. 

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Bürgermeister Schmid: „auf billigste und fahrlässigste Weise versucht, mich zu diskreditieren“

Die SPD will nun in einer Anfrage Antworten von Bürgermeister Schmid. Der sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung: „Da kann ich nur den Kopf schütteln. Da wird von der SPD auf billigste und fahrlässigste Weise versucht, mich als Aufsichtsratschef kurz vor der Landtagswahl zu diskreditieren.“ Schmid kandidiert im Stimmkreis Pasing für das Maximilianeum. Zudem wundert sich der 49-Jährige, dass „hier Dinge preisgegeben werden, die in eine vertrauliche Aufsichtsratssitzung gehören“. 

Zu den Vorwürfen sagte Schmid: Die Urheberrechtsinhaber hätten sich durch ihren Sprecher „mehrmals belegbar und vor Zeugen“ geäußert, mit den Umbauplänen einverstanden zu sein. Schmid zitiert aus zwei Schreiben, in dem sich die Architekten über den „großen Wurf“ freuten. Erst in der vorigen Woche sei Schmid ein Schreiben zugestellt worden, in dem sich die Ursprungs-Planer erstmals anders äußerten. „Da habe ich bereits reagiert und eine auf Urheberrecht spezialisierte Kanzlei hinzugezogen“, sagt Schmid. Ferner habe er deswegen für diesen Mittwoch eine Sondersitzung des Aufsichtsrates anberaumt. „Es liegt überhaupt kein Verschulden vor, weder von mir noch von Herrn Wagner“, sagt Schmid. „Es ist unglaublich, dass die mich angreifen.“ 

Lesen Sie auch: Die Absage kam über WhatsApp: „Wir stehen zum 1. November auf der Straße“.

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