In der S-Bahn

Münchnerin (39) will helfen und wird bedroht - Polizei sucht Zeugen

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Ein Fall von rassistischen Bedrohung und sexueller Belästigung hat sich in der Nacht auf Dienstag in der Münchner S-bahn ereignet. Die Angegriffenen jedoch ließen sich nicht einschüchtern und riefen die Polizei. 

München - Wie die Bundespolizei berichtet, passierte der Fall am frühen Dienstagmorgen gegen 1 Uhr. Bei der Bundespolizei ging ein Notruf ein: Eine Frau teilte mit, zwei Männer würden in einer S3 Richtung Holzkirchen auf der Fahrt zum Ostbahnhof einen dunkelhäutigen Mann bedrängen und beleidigen. Später stellte sich heraus, dass die Täter auch die Anruferin angegriffen hatten.

Alarmierte Beamte erreichten die S-Bahn Ostbahnhof und trafen am Bahnsteig auf einen Zeugen sowie einen 31-jährigen Nigerianer. Beide wiesen auf zwei tatverdächtige Männer in der S-Bahn hin. Ersten Ermittlungen zufolge haben die beiden Männer, Kroaten im Alter von 28 Jahren, den Nigerianer ohne erkennbaren Grund provoziert und beleidigt. Sie drohten ihm Schläge an, falls er die S-Bahn nicht verlassen würde. Auch bei der ersten polizeilichen Befragung äußerten sich die beiden Kroaten mehrmals rassistisch. 

Im weiteren Verlauf meldete sich dann auch die Anruferin bei den Beamten. Die 39-jährige aus der Au gab an, dass sie die Polizei alarmierte. Als die beiden Kroaten dies mitbekommen hatten, soll einer der beiden die Frau bosnischer Herkunft am Handgelenk gepackt haben, während der andere zu ihr sagte, sie solle das Telefonieren unterlassen. Beide beleidigten und bedrohten sie auf sexueller Basis. 

Bei der Sachbearbeitung hatten die Beamten den Eindruck, dass die beiden Kroaten die Lage nicht ernst nahmen. Sie lachten ständig und winkten bei getroffenen Maßnahmen stets nur ab. Auf die strafrechtlichen Vorhalte äußerten sie, dies sei ihnen egal. Gegen beide 28-Jährige ermittelt die Bundespolizei wegen Beleidigung, Nötigung und Körperverletzung. 

Die Bundespolizei sucht in dem Zusammenhang nach einem dunkel gekleideten, jüngeren Mann mit Rucksack. Er ist ein wichtiger Zeuge. Der Mann saß direkt neben dem Vierersitz im vorderen Wagen eines Kurzzuges der S3 und hatte die S-Bahn am Ostbahnhof gegen 1.15 Uhr verlassen. 

Außerdem dankt die Bundespolizei der 39-jährigen Frau aus der Au für ihr couragiertes Verhalten sowie den Zeugen, die sich zur Aufklärung des Sachverhaltes. Dank der schnellen Verständigung über den Notruf konnten Beamte die vermeintlichen Täter am Ostbahnhof stellen und somit auch den 31-jährigen Nigerianer möglicherweise vor weiteren Exzessen schützen. 

mm/tz

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