Fund in Haidhausen 2016

Mumifizierte Tote: Bei der Grillparty totgeschlagen

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Auf diesem Gelände Ecke Orleansstraße Rosenheimer Straße wurde die Leiche gefunden. Die Gebäude sind mittlerweile abgerissen.

Im September 2016 wurde auf einer Baustelle in Haidhausen eine mumifizierte Leiche gefunden, jetzt ist die Identität der Toten geklärt. Außerdem steht fest - es war Mord. 

München - Im September 2016 haben Bauarbeiter auf dem Gelände eines ehemaligen Holzlagers in Haidhausen eine gruselige Entdeckung gemacht: In einem abgedeckten Sickerschacht lag eine mumifizierte Leiche. Die Ermittler gingen zunächst nicht von einem Verbrechen aus. Am Montag dann die Erkenntnis: Es war Mord! Fünf Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Sie und auch das Opfer, eine 48 Jahre alte Polin, stammen aus der Obdachlosenszene. Motiv: Offenbar war der Tat ein Streit um Essen und Alkohol vorausgegangen.

Seit Ende März sind der damalige Freund (36) der Toten und sein Komplize (35) in Haft. Auch die beiden Männer stammen aus Polen. Ein 42 Jahre alter Trocken­bauer muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Auch er soll die Frau geschlagen haben, als die sich bei einer Grillfeier auf dem Gelände über die Aufteilung von Fleisch und Bier ärgerte. Doch seine Schläge waren nicht tödlich.

Wegen des Vorwurfs der Vereitelung einer Straftat wurden zwei weitere Männer im Alter von 30 und 35 Jahren verhaftet. Sie sollen dem damaligen Lebensgefährten dabei geholfen haben, die Leiche der Frau in dem Sickerschacht zu verscharren. Mit einer schweren Steinplatte deckten sie das Loch nahezu Luftdicht ab.

Denn nur so ist der Zustand des Körpers zu erklären, der im Spätsommer vergangenen Jahres zum Vorschein kam. „Die Tat“, so schätzt Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission, „ist im Zeitraum zwischen Juni und August 2015 passiert.“ Die Leiche lag über ein Jahr lang in ihrem finsteren Grab. Von äußeren Einflüssen abgeschirmt, setzte der Verwesungsprozess nicht ein. Im Gegenteil: Der Körper der Polin wurde konserviert. Experten sprechen in solchen Fällen von einer sogenannten Wachsleiche.

Seit 2013 war die Frau in Deutschland, wollte dort als Putzfrau arbeiten. Stattdessen ist sie in das Obdachlosenmilieu geraten.

Ihre Familie hatte in der Heimat bereits eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Ein DNA-Abgleich mit Verwandten brachte im März die endgültige Gewissheit – die mysteriöse Tote war identifiziert.

Bis auf einen Inhaftierten sollen alle Täter und auch das Opfer auf dem Gelände des einstigen Holzkontors in der Orleansstraße gelebt haben. Erst vergangene Woche konnte man den mutmaßlichen Haupttäter in einer Schwabinger Wohnung fassen. Seit März 2016 war auf dem Gelände an der Ecke Rosenheimer Straße und Orleansstraße gebaut worden. Die Gebäude des ehemaligen Holzkontors wurden abgerissen, hier entsteht derzeit ein Hotel-Neubau.  

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