Stadt reagiert

Nach Eskalation bei Bürgerversammlung: Security soll für Ordnung sorgen

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Szenen einer Fehlplanung: Bei der Bürgerversammlung in Haidhausen hatte die Stadt den Andrang unterschätzt. Hunderte Bürger kamen nicht rein, die Polizei war gefordert.

Nach der Eskalation der Bürgerversammlung in Haidhausen zur zweiten Stammstrecke hat die Stadt reagiert. Künftig werden solche Veranstaltungen unter dem Schutz eines privaten Ordnungsdienstes stattfinden.

München - Bürgerversammlungen und andere städtische Veranstaltungen in den Münchner Stadtvierteln werden künftig unter dem Schutz eines privaten Ordnungsdienstes stattfinden. So hat es das Direktorium der Stadt angeordnet. Auslöser war die eskalierende Bürgerversammlung zur zweiten Stammstrecke in Haidhausen Ende Februar.

Bislang konnte man bei Bürgerversammlungen einfach reinmarschieren und zuhören. Neuerdings stehen in den Stadtteilen jedoch breitschultrige Ordner der Firma Securitas am Eingang. Bei den Versammlungen in Trudering und Bogenhausen mussten einzelne Bürger sogar ihre Ausweise vorzeigen.

Was hat es auf sich mit den neuen Kontrollen? „Seit Anfang Oktober haben wir bei allen Bürgerversammlungen einen Ordnungsdienst im Einsatz“, bestätigt Michael Schlachter vom Direktorium im Rathaus. Es gehe hier nicht um Sicherheitskontrollen, sondern um eine sichere Durchführung der Veranstaltungen. Das gelte nicht nur für Bürgerversammlungen, sondern auch für Veranstaltungen anderer Referate. In der Vergangenheit habe man teilweise unübersichtliche und unruhige Situationen im Einlassbereich erlebt, begründet Schlachter die Entscheidung. Vor allem, wenn die Versammlung an der Grenze zur Überfüllung oder sogar überfüllt war.

Dies war insbesondere bei der außerordentlichen Bürgerversammlung in Haidhausen zur zweiten Stammstrecke am 22. Februar der Fall. Die Veranstaltung musste abgesagt und im März in der Tonhalle nachgeholt werden. Damals war der Ärger groß, weil der Andrang in den Saal des Hofbräukellers so enorm war, dass hunderte Bürger nicht mehr eingelassen werden konnten. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun.

Der neu engagierte Ordnungsdienst soll sicherstellen, dass sich derart chaotische Szenen nicht wiederholen. „In solchen Fällen ist es hilfreich, wenn wir Personen dabei haben, die den Zugang freihalten oder Bürger darum bitten, den vollen Versammlungsraum nicht zu betreten“, erklärt Schlachter. Die Ordner sollen zudem die Mitarbeiter der BA-Geschäftsstellen unterstützen. Ganz speziell sollen sie hereinströmende Personen zählen. „Hierbei geht es um die Einhaltung der genehmigten Höchstbesucherzahl“, sagt Schlachter. Zudem sollen die in Schwarz gekleideten Securitas-Mitarbeiter bei Fragen zu Toiletten, freien Sitzplätzen oder Wortmeldezetteln weiterhelfen. Für Notfälle stehen sie ebenfalls parat. „Zum Beispiel als Hilfe bei der Evakuierung von mobilitätseingeschränkten Personen.“

Eine Ausweiskontrolle sei nicht Teil des Auftrags, versichert Schlachter. Umso mehr, als bei den Bürgerversammlungen stets alle Einwohner teilnahmeberechtigt seien. „Also auch diejenigen, die in einem anderen Stadtbezirk wohnen.“ Nur wer eine Karte für die Abstimmungen haben möchte, muss am Eingang mit dem Ausweis nachweisen, dass er aus dem Stadtbezirk kommt. Außerdem sind nur im Stadtbezirk wohnende Bürger redeberechtigt.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Haidhausen– mein Viertel“.

Von Carmen Ick-Dietl

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