Die Brauhefe treibt’s schon nach Langwied

Der Paulaner-Abschied vom Nockherberg hat begonnen

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Mit dem Pferdegespann ging’s feierlich nach Langwied.

München - Da haben sich die Münchner am Freitag verwundert die Augen gerieben. Ein Wiesn-Festgespann im August? Doch auch wenn noch keine Oktoberfest ansteht, gab’s schon was zu feiern: Die Brauerei zieht um.

Paulaner zieht weg vom altehrwürdigen Nockherberg hinaus nach Langwied! Als Erstes wurde jetzt die Brauhefe umgesiedelt. Im Westen Münchens entsteht die neue Brauerei von Paulaner und löst damit den Standort in der Au ab. Seit 1634 wurde dort das Bier gebraut – jetzt beginnt also ein neuer Abschnitt in der Historie von Paulaner (siehe Kasten unten). Ein Schritt in die Zukunft!

Die neue Brauerei wird umweltschonender und effizienter werden – der Geschmack bleibt aber trotz neuem Standort der gleiche, lautet das Versprechen. Paulaner wird dank Tiefbrunnen Wasser aus der gleichen Schicht holen wie zuvor in der Au! Damit bei der Hefe auch alles beim Alten bleibt, nahmen die Braumeister extra Reinzuchtkolben mit obergäriger und untergäriger Hefe in Eisboxen mit nach Langwied. „Neben Hopfen und Malz, die wir von regionalen Lieferanten beziehen, ist die Hefe ein wichtiger Garant für den hervorragenden Geschmack unserer Biere. Wir Braumeister passen auf, dass sie gut in Langwied ankommt“, sagt der Erste Braumeister von Paulaner, Christian Dahncke.

Auch ein heftiges Gewitter störte den Festzug entlang mehrerer Paulaner-Gaststätten nicht. An der Strecke standen die Münchner und jubelten den Wägen zu. Die Hefe hat es auch wohlbehalten in ihr neues Domizil geschafft.

Die Geschichte der Traditionsbrauerei

1634: Paulaner wird erstmals urkundlich erwähnt. Der Grund: Münchner Brauer beschwerten sich über die Konkurrenz aus dem Kloster bei der Stadt!

1773: Der Mönch Valentin Stephan Still kommt als Braumeister ins Kloster und revolutioniert die Braukunst. Seine Rezeptur ist immer noch Basis des Salvator. Klostername des Mönches: Bruder Barnabas!

1806: Bierbrauer Franz Xaver Zacherl übernimmt Paulaner, modernisiert und erweitert die Brauerei. Der Volksmund spricht von nun an auch vom „Zacherlbräu“.

1896: Paulaner lässt sich den Namen Salvator beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin sichern.

1986: Paulaner stellt das erste alkoholfreie Weißbier der Welt her.

2000: Paulaner, ein wichtiges Standbein der Schörghuber-Unternehmensgruppe ist, feiert einen Rekord. Der Absatz aller Paulaner-Weißbiere übersteigt deutlich eine Million Hektoliter.

2011: Paulaner gibt den Umzug nach Langwied bekannt. Grund: Der Nockherberg stößt an seine Grenzen.

2016: Ab Anfang des Jahres ist der Vollbetrieb in Langwied geplant.

Bilder: Paulaner-Brauerei zieht nach Langwied

Bilder: Abschied von der Au - Paulaner zieht nach Langwied

Florian Fussek

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