1500 Wohnungen geplant

Paulaner-Schornstein am Nockherberg gesprengt: Das kommt jetzt hin

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Mit einem dumpfen Knall wurde der Kamin der Paulaner-Brauerei am Nockherberg am Samstagvormittag dem Erdboden gleich gemacht.

Der Paulaner-Schornstein am Nockherberg wurde am Samstag gesprengt: Das kommt jetzt auf das Gelände.

Zehn Sekunden. So lang dauert es, bis vom mächtigen Kamin der Paulaner-Brauerei am Nockherberg nicht mehr als eine riesige Staubwolke bleibt. Mit einem dumpfen Knall wurde er am Samstagvormittag dem Erdboden gleich gemacht. Damit hier Wohnungen entstehen können… Das Bier braut Paulaner mittlweile draußen in Langwied.

Die Sprengung des 75 Meter hohen Schornsteins des Kesselhauses dauerte zwar nicht lang, war aber spektakulär: Um fünf vor elf ertönte das finale Zeichen, zwei kurze Fanfarenstöße, der Sprengmeister rief ,,Achtung ich zähle – 1, 2, 3 – Zündung“ und leitete so die Sprengung ein. Ein rund zwei Meter hohes Sprengmaul wurde mit Hilfe von zehn Kilogramm Sprengstoff in den Schaft des Schornsteins gesprengt, der dann wie geplant in das vorbereitete Schuttbett kippte. Alles perfekt, alles nach Plan, kawumm!

Um allzu große Staubbildung zu vermeiden, hatten 80 Feuerwehrleute zuvor den Bauschutt mit Wasser des nahegelegen Auer Mühlbachs bewässert. Nach geglückter Sprengung brach kurz Jubel bei den gut 600 Zuschauern aus. Doch die Stimmung unter den Anwohnern ist – wie das Wetter – getrübt. Viele finden: Der Turm hätte stehenbleiben sollen, als Erinnerung an die Vergangenheit des Areals.

Bis auf die Bewohner der Regerstraße 25, 27 und 29 hatte alle Anwohner in ­ihren Wohnungen bleiben dürfen – wobei natürlich viele trotzdem draußen ­waren, um von der Welfenstraße aus zuzuschauen.

Die Sprengung des gemauerten Kamins ist nur ein kleiner Teil der Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Brauereigelände. Mit den Bauarbeiten für die Wohnhäuser wird die Bayerische Hausbau in der Regerstraße im Früjahr 2018 anfangen.

Nach der Sprengung: Das wird auf dem Gelände gebaut

Mit dem Kamin ist auch die Vergangenheit weg – jetzt kann die Zukunft kommen! Insgesamt sind es drei Teilbereiche, die die Bayerische Hausbau hier in der Au bebauen wird. Bis zu 3500 Menschen werden in den 1500 geplanten Wohnungen ein neues Zuhause finden. Außerdem werden auf dem Gelände Einzelhänder, Gastronomen und andere Unternehmen ihren Platz finden. Die Projekte mit dem Namen Welfengarten, Nockherberg und am alten Eiswerk (hier auf der Visualisierung zu sehen) sollen alle spätestens 2023 fertig sein.

Das sagen die Münchner zur Sprengung

Schon schade: Wir wohnen seit ungefähr 20 Jahren in der Gegend – und dieser Kamin war schon so etwas wie ein Wahrzeichen.Der Abriss ist einfach nur schade. Auf der anderen Seite kommen dafür ja neue Wohnungen hin mit neuen Familien. Das finden wir gut. Helmut Artmann (76) und Host Brunner (54), Anwohner

Helmut Artmann (76) und Host Brunner (54), Anwohner.

Alles lang geplant: Wir von der Thüringer Sprenggesellschaft haben das Ganze und sechs Wochen lang geplant und vorbereitet. Ich bin seit 34 Jahren in der Sprengtechnik tätig – und selbst nach dieser Zeit kann ich immer noch sagen, dass jede Sprengung etwas Besonderes ist, da jede anders abläuft. Martin Hopfe (64), Sprengmeister

Martin Hopfe (64), Sprengmeister.

Ich habe ihn geb aut: Ich habe diesen Schornstein vor 50 Jahren zusammen mit meinen Kollegen gebaut. Ich finde es schade, dass er jetzt schon abgerissen werden musste. Theoretisch hätte der Kamin noch weitere 50 Jahre stehen bleiben können. Aber auch so hat er seine Arbeit gut getan… Joachim Müller (74), Bauarbeiter im Ruhestand

Joachim Müller (74), Bauarbeiter im Ruhestand.

Antonia Ruthrof

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Meine Au“.

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