Beinahe-Unfall sorgt für Wirbel

Was für eine Posse! Dieser Durchgang soll gefährlich sein?

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Die Tür des Anstoßes: Eigentümer wie Fritz Schmidhuber sollen zahlen, damit Müllmänner sich nicht mehr den Kopf stoßen.

Weil sich Müllmänner hier den Kopf anhauen, stuft der Abfallwirtschaftsbetrieb den Durchgang in der Gallmayerstraße 4 ein Gesundheitsrisikio sein. Das Haus steht dort so schon seit 116 Jahren.

Update vom 27.11.: Die Geschichte hat ein Happy End, die Tür muss nicht höher gemacht werden

Da kann man nur den Kopf schütteln: Die Eigentümer des Gebäudes an der Gallmayerstraße 4 sollen eine Tür zum Innenhof um 20 Zentimeter erhöhen, damit die städtischen Müllmänner besser durchkommen. Das könnte teuer werden, das Haus ist 116 Jahre alt.

Fritz Schmidhuber (81) gehört eine Wohnung in dem fünfstöckigen Gebäude. Als vergangene Woche Vertreter des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWM) zu einer Begehung ins Haus kamen, war die Welt erstmal noch in Ordnung. „Wir dachten, es geht um echte Probleme der Müllleute, etwa die zwei Stufen im Gang, die den Männern Mühe machen, die Tonnen hinaufzuziehen.“ Doch mitnichten. Vielmehr stellte sich heraus: Für die Müllmänner ist der 1,80 Meter hohe Durchgang zum Innenhof Laut AWM ein Gesundheitsrisiko. „Es kam schon vor, dass sich Mitarbeiter den Kopf angestoßen haben, was auch gemeldet wurde“, erklärt eine Sprecherin und verweist auf die Technischen Regeln für Arbeitsstätten und die Unfallschutzvorschrift.

Und warum wird das Problem bei dem Haus aus dem Jahr 1901 dann erst jetzt festgestellt? „Aktuell gab es dort einen Beinahe-Unfall, da ein Mitarbeiter im Zugangsbereich auf dem nicht befestigten Weg gestolpert ist. Das gab den endgültigen Anstoß für eine Begehung“, so die Sprecherin.

Der AWM verlangt nun, dass die Tür auf zwei Meter erhöht wird. Das könnte teuer werden, befürchten die Eigentümer. Denn direkt über der Tür sitzt die Decke samt der Holztreppe des Hauses mit zwölf Wohnungen auf. „Eine einfache Erhöhung des Türstocks ist also statisch nicht möglich“, sagen die Eigentümer.

Letztlich sei es doch eine Frage der Verhältnismäßigkeit, sagt Schmidhuber. „Ist denn das Bücken einmal pro Woche bei diesen starken Männern wirklich so schlimm?“

Hier gibt es Ärger mit dem AWM: das Haus an der Gallmayerstraße.

Die Alternativen? Die Eigentümer könnten einen Hausmeister engagieren, der die Tonnen auf die Straße stellt. Das Problem dabei: Die Bio- und Papiertonnen werden an anderen Tagen geleert als der Restmüll. „Das wären erhebliche Zusatzkosten, die die Nebenkosten in die Höhe trieben. Wir haben bisher extra keinen Hausmeister- oder Putzservice, sondern regeln das untereinander, um die Mieten möglichst niedrig zu halten.“

Selbst kann der 81-Jährige die Tonnen nicht hinausschieben. „Dazu fehlt mir die Kraft in den Knien.“ Bei der Ortsbegehung machte er den AWM-Vertretern einen anderen Vorschlag: „Könnte denn nicht ein kleinerer Kollege auf der Route unser Haus übernehmen?“ Die Antwort, so berichtet Schmidhuber, sei ein klares Nein gewesen. Nun werde der Hausverwalter der Gallmayerstraße 4 eine schriftliche Aufforderung zum Umbau erhalten. Darin wird auch stehen, dass das Treppenhaus besser beleuchtet werden soll.

Am Licht, so die Eigentümer, werde es sicherlich nicht scheitern. Ob, wie und zu welchen Kosten eine Erhöhung der Hinterhoftür möglich ist, stellt die Hausgemeinschaft nach 116 Jahren aber vor gravierende Probleme.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Haidhausen– mein Viertel“.

Martina Williams, Sven Rieber

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