Preis-Hammer am Nockherberg

Bis zu 20.000 Euro pro Quadratmeter kosten die neuen Paulaner-Wohnungen

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Das Luxus-Loft entsteht hier an der Falkenstraße im hohen hinteren Gebäudeteil.

Auf dem Gelände der Paulanerbrauerei am Nockherberg entstehen 1500 neue Wohnungen. Doch nicht alle sind auch für Otto-Normalverdiener erschwinglich. Bei einigen droht ein Preis-Hammer.

München - Während die Bagger schon über das Gelände der Paulanerbrauerei am Nockherberg rollen und fleißig abreißen, lud die Bayerische Hausbau zu einer Informationsveranstaltung über das Neubaugebiet in der Au ein. Und überraschte die Teilnehmer mit einem Hammer: 20.000 Euro pro Quadratmeter wird die teuerste Loft-Wohnung mit eigener Dachterrasse am Alten Eiswerk neben dem Auer Mühlbach kosten. Ein ähnlicher Preis ist bislang nur aus dem Luxusturm „The Seven“ an der Müllerstraße bekannt geworden. Ab dem 4. Dezember sollen die ersten Wohnungen verkauft werden.

Neben einem Vertreter der Stadt und der Bayerischen Hausbau waren diesmal auch zum ersten Mal zwei Architekten anwesend, die anhand von Simulationen und Modellen ihre Vorstellungen für das Areal vorstellten. Die Wohnungsnot in München ist groß, das Versprechen der Architekten und der Bauherrin mindestens genauso. In den drei Wohnblöcken an der Falkenstraße, der Welfenstraße und der Regerstraße sollen 1500 Wohnungen, vier Kindergärten und Platz für Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Fast 150 000 Quadratmeter Fläche soll das Projekt bieten – durch die aktive Bürgerbeteiligung seien viele Wünsche aus der Bevölkerung erfüllt worden, hieß es.

Ein Mix aus Miet- und Kaufwohnungen entsteht an der stark befahrenen Regerstraße.

Platz auf den Dächern und ein öffentlicher Park

Konkret: Maximal acht Stockwerke wird in die Höhe gebaut, auf den Dächern der Häuser gibt es teilweise gemeinschaftlich genutzten Raum und dem Nockherberg wird ein großer öffentlicher Park geschenkt. 16 000 Quadratmeter, etwas mehr als zwei Fußballfelder, stehen den Bürgern dann umrahmt von den Neubauten zur Verfügung.

Insgesamt 30 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert und somit auch für einkommensschwächere Familien geeignet. Aber, gab Jürgen Büllesbach, der Vorsitzende Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau, zu: Man werde punktuell auch teure Wohnungen anbieten. Für 20 000 Euro – siebter Stock, 3 280 000 Euro für 164 Quadratmeter. Und selbst die günstigen Wohnungen kosten 9000 Euro pro Quadratmeter. Der Großteil der Wohnungen liegt bei Preisen um die 12 000 bis 13 000 Euro pro Quadratmeter.

In den drei Wohnblöcken an der Falkenstraße, der Welfenstraße und der Regerstraße sollen 1500 Wohnungen, vier Kindergärten und Platz für Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Verkaufsbeginn ist am 4. Dezember – es gibt laut Bayerischer Hausbau aber bereits etliche Vormerkungen.

Bauträger planen „marktkonforme Preise“

Dass die knapp 10 Euro Kaltmiete für den sozialen Wohnungsbau auch nur auf 25 Jahre ausgelegt sind und an den wenig beliebten Stellen der Neubauten liegen, unterschlug Büllesbach bei der Veranstaltung. Er sagte: „In der Summe erhalten wir die Vielfalt. Das sind größtenteils Münchner, die Wohnungen kaufen.“

Die Häuser sollen sich in das Stadtbild einfügen, verzichten auf glatte, monotone Flächen und werden im Münchener Farbton gehalten: Beige, sandfarben oder ein „warmes Grau“ sind die Farben der Wahl. Das für das Areal um die Regerstraße verantwortliche Architekturbüro Rapp + Rapp hat sich aber auch von der eigenen Heimat Amsterdam inspirieren lassen.

Was die Bayerische Hausbau für das Gelände genau bezahlt hat, beantwortete Büllesbach nicht. Er betonte aber: „Obwohl die Bayerische Hausbau und die Paulanerbrauerei zur Schörghuber Unternehmensgruppe gehören, ist ein marktkonformer Preis bezahlt worden.“

Wo früher Berge von Bierkisten standen, werden an der Welfenstraße in Kürze Mietwohnungen gebaut.

Baubeginn für die ersten Wohnungen an der Regerstraße soll der Sommer 2018 sein. Die ersten Bewohner könnten schon 2020 zumindest in die neuen Gebäude an der Welfen- und Falkenstraße einziehen. Was das für die Parkplatzsituation im Bezirk bedeutet, konnte keiner der Gastgeber so genau sagen. Denn auch ein ganz neues Verkehrskonzept muss für die Straßen rund um das Neubaugebiet entwickelt werden. Inklusive einer möglichen neuen Straßenbahnhaltestelle. Es wird also voll in der Au.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Meine Au“.

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