Radfahrstreifen, aber schnell!

Stadtrat: Zoff um Rosenheimer Straße

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Reissl (l.) und Messinger.

München - Die Rosenheimer Straße sorgt für Zündstoff im Stadtrat. Sie soll sicherer werden für Radler, darin sind sich alle einig. Aber wie nur?

Die Rosenheimer Straße soll sicherer werden für Radler – darin stimmen alle Beteiligten überein. Die Frage, was in der Praxis geschehen soll um Tote und Verletzte zu verhindern, sorgt derzeit für Zündstoff im Stadtrat. Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender der SPD, erklärte gestern: „Wir halten an unserem Konzept fest. Wer unseren Vorschlag verteufelt, soll bitte in der Kapuzinerstraße vorbeischauen.“

Hier klappt laut Reissl schon lange, was in der Rosenheimer Straße geplant ist. Seit 2013 gibt es zwischen Kapuzinerplatz und Lindwurmstraße einen 1,50 Meter breiten Schutzstreifen. „Exakt so breit also, wie der Radfahrstreifen in der Rosenheimer Straße werden soll“, sagt Reissl.

„Jahrelang sind Verbesserungen gefordert worden. Jetzt, wo eine Lösung zum Greifen nah ist, wird sie bekämpft. Ich versteh’s nicht.“ Paul Bickelbacher, Verkehrspolitiker der Grünen, versuchte es gestern mit einer Erklärung: „Ein Ei ist kein Apfel – nur weil beide rund sind! Straße ist nicht gleich Straße.“

In der Kapuzinerstraße hätte die Stadt keinen Bäume fällen müssen. „Dort kann man nicht parken. Deshalb besteht hier auch nicht die Gefahr, dass Radfahrer durch Zusammenstöße mit Autotüren zu Schaden kommen“, sagt Bickelbacher. Wenn in der Rosenheimer Straße auch noch Autos parken würden, „wird es noch gefährlicher!“

Verschärfte Kontrollen

Geisterradler, Rotlichtraser und Radlwegparker aufgepasst: Am Montag starten Polizei und KVR wieder die Aktion „Gscheid radln – Aufeinander achten“. Dabei werden nicht nur Radler aufgeklärt, gemahnt und zur Kasse gebeten, sondern auch Autofahrer und Fußgänger. 2300 verletzte Radler gab’s 2014.

Wegen dem milden Winter ist die Zahl erstmals wieder gestiegen, sogar um 9 Prozent. Hauptursache sind Geisterrradler, Trunkenheit und abbiegende Autos, die Radler übersehen.

„Gscheit radeln“ soll alle Verkehrsteilnehmer für Gefahren sensibilisieren. Unbelehrbare werden bei Verkehrsverstößen auch in der ersten Woche zur Kasse gebeten und angezeigt.

TOS/MIN

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