Pläne vorgestellt

Rosenheimer Straße: Entwurf zur Radlspur überzeugt nicht

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Mehr Platz für Radler, bloß wie? Anfang Juli soll der Stadtrat über die Pläne für die Rosenheimer Straße abstimmen.

München -  Die Stadt stellt ihren neuen Entwurf zum geplanten Radstreifen an der vielbefahrenen Rosenheimer Straße vor. Die Pläne bleiben umstritten. Anfang Juli soll der Stadtrat abstimmen.

Der Konflikt um die geplante Radlspur an der gefährlichen Rosenheimer Straße spitzt sich zu. Radler, Autofahrer und Geschäftsleute – sie alle wollen mitreden. Am 8. Juli soll der Stadtrat entscheiden, in welche Richtung es geht.

Die Weichen sind gestellt: Am Mittwoch hat die Stadt im Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen erstmals öffentlich den Beschluss-Entwurf zur Rosenheimer Straße vorgestellt. Verkehrsplaner Benjamin Glas vom Planungsreferat erklärte den teils aufgebrachten Lokalpolitikern, worüber der Stadtrat abstimmt: Es solle der „Querschnitt“ gemäß des gemeinsamen Stadtrats-Antrags von SPD und CSU vom Januar 2015 weiter ausgearbeitet werden. Konkret heißt es in dem 19-seitigen Papier: Vier Autospuren – zwei in jede Richtung – sind geplant. „Maßgebend war die Koalitionsvorgabe.“ Sonderlich viel Platz für den Radl-Streifen bliebe nicht: Im Vorfeld war bei der umstrittenen „Kompromisslösung“ von einer 1,50 Meter breiten Spur die Rede. Vor allem den Grünen und Verbänden wie dem ADFC oder Green City war dies zu wenig. Sie sagen, Radlfahren wäre dann an der Stelle trotz Streifen lebensgefährlich.

Noch wenige Details: Kritik von den Stadtteilpolitikern

2011 war eine junge Radlerin an der Rosenheimer Straße von einem Lkw überrollt und getötet worden. Noch könne man nicht sagen, wie breit die Radl-Spur tatsächlich ausfällt, sagte Verkehrsplaner Glas. Und erntete dafür Kritik bei den Lokalpolitikern, die sich mehr Details gewünscht hätten. Zunächst müsse der Stadtrat beschließen, verteidigte der Verkehrsplaner die Vorgehensweise. Dann gehe die Angelegenheit ans Baureferat, die Planung ins Detail; auch die Kostenfrage sei noch zu klären. Die Straßenverkehrsordnung gelte ohnehin; der Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos von einem halben Meter werde berücksichtigt. „Es geht um eine Kombination der Mindestmaße.“

Mindestens 20 Bäume müssten fallen

Fest steht: Für die Lösung müssten die 20 Bäume an der Rosenheimer Straße fallen. Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) distanziert sich. In einer Stellungnahme heißt es, das RGU „befürworte zwar ausdrücklich eine Radwegverbindung in der Rosenheimer Straße“. Da jedoch „bei der vorliegenden Planung die gesamte Grünausstattung der Rosenheimer Straße in diesem Bereich dem Vorhaben geopfert“ werde und „darüber hinaus die Akzeptanz des Radfahrstreifens zwischen der stark befahrenen Straße und dem Parkstreifen aufgrund der geringen Breite angezweifelt wird“, könne man die Planung nicht mittragen.

Was passiert mit den Parkplätzen?

Ein Problem bleiben die Parkplätze. Der Entwurf sieht vor, dass an der Rosenheimer punktuell Lieferzonen auf den neuen Gehwegen geschaffen werden. Geschäftsleute sehen ihre Existenz bedroht, wenn Kunden nicht mehr vor den Läden parken können. Mindestens 30 der einhundert Stellplätze könnten entfallen, die Kurzzeitparkplätze teils in die Seitenstraßen verlegt werden. Dort wiederum fürchten Anwohner, dass sie die Kurzzeitparkplätze im Wohngebiet nur noch außerhalb der Geschäftszeiten für sich in Anspruch nehmen dürfen. Im BA sprachen sich SPD und CSU für eine „Nichtbefassung“ mit dem Entwurf aus, bis mehr Details bekannt sind. Die Grünen hielten an der radfreundlichen „Konzeptvariante fest“, ihr Antrag wurde überstimmt.

Sehen Sie hier: Selbsttest im Video - So gefährlich ist das Radeln auf der Rosenheimer Straße

Von Anne Hund

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