Keine Parkplätze mehr

Rosenheimer Straße: Radlweg-Pläne bringen Händler auf die Palme

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Wollen sich wehren: Geschäftsleute aus der Rosenheimer Straße haben einen offenen Brief an OB Reiter geschrieben.

München  - Mehr als 50 Geschäftsleute aus der Rosenheimer Straße haben einen offenen Brief an OB Reiter geschrieben. Sie fürchten, bald dichtmachen zu müssen. 

Sie fürchten um ihre Existenz. Mit einem offenen Brief haben sich über 50 Geschäftsleute aus der Rosenheimer Straße (Haidhausen) an OB Dieter Reiter (57, SPD) gewandt.

Der Streit zum Umbau der Straße geht in eine neue Runde. Bislang gab es vor allem Zoff um die geringe Breite des künftigen Radweges: Nur 1,50 Meter soll er bemessen. Lebensgefährlich - prangern Umweltverbände an.

Und das, obwohl die Situation eigentlich verbessert werden sollte. 2011 war Radlerin Nina C. kurz nach der Einmündung zur Balanstraße totgefahren worden.

SPD und CSU wollen für einen breiteren Radlweg allerdings keine der vier Autospuren opfern. Mit im Plan von Schwarz-Rot vom Januar steht deshalb: Die Parkplätze vor den Läden müssen weichen.

Zukünftig wird soll es nur noch eine Anlieferzone geben, die dann abends zum Anwohnerparkplatz wird.

Wo sollen aber Kunden ihre Autos abstellen? Das treibt die Ladenbesitzer um. 70 Prozent ihrer Kunden kämen mit dem Auto, schreiben sie im offenen Brief. Ihre Befürchtung: Mit dem Wegfall der Kurzzeitparkplätze müssten viele Geschäfte langfristig dicht machen.

"Die kleinen Geschäfte werden kaputtgehen"

An die Ladeninhaber denke bei den Planungen niemand, sagt Harald Zimmer (71). Er betreibt seit 25 Jahren einen Kopierservice in der Straße. „Die kleinen Geschäfte werden kaputtgehen“, sagt er. „Ein Radlweg muss her, das ist klar. Aber die Geschäftsleute müssen doch kurz jemanden bei sich parken lassen dürfen.“

Auch viele Kunden der Balanstraße und Weißenburger Straße stellten ihre Wagen hier ab, sagt ein anderer Händler. Und: „Manch ein Ladeninhaber schaut sich schon nach einem neuen Geschäft um.“ Auch Floristin Kornelia Zieger (42) macht sich Sorgen um den Umsatz: „Wenn es mit dem Parken so kommt, wird es schwierig für mich.“

Alexander Reissl (57), Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, sagt, bei dieser Planung sei der Wegfall von Parkplätzen nicht zu vermeiden. Denn: Autospuren für die Parkplätze zu opfern, sei nicht das Ziel.

Eventuell könnten Autofahrer ihren Wagen kurz in der Anlieferzone abstellen, wenn sie etwas abholen wollten. „Wir wollen die Bedingungen für Radfahrer verbessern, ohne die für Autofahrer massiv zu verschlechtern. Also müssen wir einen Kompromiss finden.“ Ein Kompromiss, der den Ladenbesitzern bislang gar nicht gefällt …

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