Student (22) stirbt am Rosenheimer Platz

Von S-Bahn überrollt: Gleise werden zu Simons Todesfalle

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Simon M. hatte keine Chance.

München - Simon M. ist tot. Der Student fiel am Donnerstag in den Morgenstunden ins Gleisbett der S-Bahn und wurde überrollt. Der Schock bei der Familie, den Freunden sitzt unbeschreiblich tief.

Handball war Simons Leidenschaft. Seit seinem zehnten Lebensjahr spielte der 22-Jährige mit dem freundlichen Lächeln beim TSV München-Ost. Auch die Kindermannschaft trainierte er mit Begeisterung. „Wir werden ihn nie vergessen“, sagt sein bester Freund zur tz. Die Trauer im Verein ist groß – denn Simon M. ist tot. Der Student fiel am Donnerstag in den Morgenstunden ins Gleisbett der S-Bahn und wurde überrollt.

Das Unglück passiert um 5.25 Uhr: Am Rosenheimer Platz will der Student anscheinend die S-Bahn nach Hause nehmen. Er kommt von einer Feier. Simon hat getrunken, er torkelt, als er neben dem Gleis entlang geht. „Das zeigen die Videoaufnahmen der Überwachungskamera später deutlich“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Behr. Dann passiert es: Ihm wird offenbar so schwindelig, dass er nach rechts wegschwankt – und voll auf den S-Bahn-Schienen aufschlägt. Das Video zeigt nun, wie ein Passant dem jungen Mann zur Hilfe eilen will. Er beugt sich in den Gleisbereich, fuchtelt wild mit den Armen. Zwei weitere Fahrgäste laufen herbei – doch es ist zu spät: Die S 8 Richtung Flughafen fährt ein.

"Warum ausgerechnet Simon?"

Auch der Lokführer ist bemitleidenswert: Er sieht den jungen Mann noch auf den Schienen liegen, bremst zwar sofort – aber vergebens. Simon wird erfasst und stirbt noch am Unfallort Die Stammstrecke wird bis 6.33 Uhr gesperrt.

Der Schock bei der Familie, den Freunden sitzt unbeschreiblich tief: „Simon war ein unglaublich engagierter Mensch, immer nett, immer freundlich“, erzählt sein bester Freund. „In der E-Jugend war er ja Trainer, die Kinder haben ihn geliebt.“ Dreimal die Woche sah man sich im Handballtraining, Simon M. spielte zudem erfolgreich in der Herrenmannschaft des TSV München-Ost. Sonst kümmerte er sich fleißig um sein Studium. „Das ist alles so schrecklich. Wir müssen nun seiner Familie beistehen. Das ist ein unfassbarer Schlag für alle.“

Simons Eltern sowie sein jüngerer Bruder wurden am Donnerstag vom Kriseninterventionsteam betreut. Ein enger Freund brachte das ganze Grauen auf den Punkt: „Wieviel Unglück müssen manche Menschen ertragen? Ist das alles gerecht? Warum ausgerechnet Simon?“ Während er dies ausspricht, verraten seine feuchten Augen: Auch er weiß, dass es auf diese Fragen nie eine Antwort geben kann.

JAM/AGE

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