"Männerfreundschaft? Da muss man nicht reden!"

Bezzel, Sigl und Pinkowski drehen Komödie in München!

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Verwirrspiel mit Klappstühlen: Heiko Pinkowski, Hans Sigl und Sebastian Bezzel (v. li.)

München - In Haidhausen drehen Hans Sigl, Sebastian Bezzel und Heiko Pinkowski aktuell die ZDF-Komödie "Ware Freundschaft". Wir sprachen mit ihnen über Männerfreundschaften.

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen an einer TV-Show teil – mit Ihren ­besten Freunden. Es geht um ein hohes Preisgeld, aber natürlich gibt es einen Haken: Ziel der Sendung ist es nämlich, die Freundschaft zu testen, und das mit allen Mitteln. Genau vor diesem Problem stehen die drei Charaktere in der neuen ZDF-Komödie Ware Freundschaft (ja, ganz recht: ohne „h“) gespielt von Hans Sigl (Der Bergdoktor), Sebastian Bezzel und Heiko Pinkowski. Die Dreharbeiten laufen ­gerade im Münchner Stadtteil Haidhausen – beste ­Voraussetzungen also, um mit den deutschen Filmgrößen über die wirklich wahre Männerfreundschaft zu sprechen.

Herr Sigl, Herr Bezzel, Herr ­Pinkowski, in Ihrem neuen Film geht es um drei Freunde, deren Zusammenhalt auf die Probe gestellt wird. Was macht eine echte Männerfreundschaft aus?

Heiko Pinkowski: Dass man nicht reden muss. Man versteht sich einfach …

Sebastian Bezzel: Ja genau! All die anstrengenden Dinge fallen weg: miteinander reden, Probleme besprechen und so weiter (lacht). Spaß beiseite! Es geht ja in erster Linie um die Frage: Was macht Freundschaft aus? Und das ist ja immer ähnlich. Es muss eine große Vertrauensbasis bestehen. Man muss sich auf den anderen verlassen können und man versteht sich auch ohne Worte. Männer sind da ganz pragmatisch.

Hans Sigl: Eine Freundschaft entsteht außerdem nicht von heute auf morgen. Zunächst einmal muss die Chemie stimmen. Es gibt diesen unerklärlichen Moment, in dem man sich kennenlernt und spürt, dass man auf einer Wellenlänge ist. Auf dem baut dann die Freundschaft auf – das geht dann Schritt für Schritt.

Ist es wichtig, dass Sie, die im Film drei Freunde spielen, sich auch im realen Leben gut verstehen?

Sebastian Bezzel: Ich würde sagen: Nein, das ist nicht wichtig. Wir sind Profis genug, sodass wir so etwas auch spielen könnten, wenn wir uns nicht mögen würden. Aber es hilft natürlich.

Hans Sigl:  …und es verschönert die Zeit.

Heiko Pinkowski: Als die Besetzung klar war, hat es geholfen, dass wir uns vorher bereits getroffen, kennengelernt und gut verstanden haben.

Sebastian Bezzel:  Was dabei auffallend war: Wir haben in keinster Weise irgendwelche Aktionen wie Rafting oder so gebraucht. Da bin ich auch sehr dankbar für (lacht). Wir haben im Gespräch schnell rausbekommen, dass es passt.

Haben Sie noch richtig gute Freunde aus Kinder- oder Jugendzeiten?

Sebastian Bezzel: Ich habe noch zwei Freunde aus dem Kindergarten und der Grundschule. Natürlich hatten wir zwischendurch auch mal ein bisschen weniger Kontakt, aber das hat nichts gemacht. So etwas hält eine gute Freundschaft aus.

Hans Sigl:  Bei mir gibt es auch noch Freunde von früher. Ich habe zum Beispiel einen richtig, richtig guten Freund von damals, der auch mein Trauzeuge war. Und dann noch ein paar weitere – quasi eine Handvoll. Ich denke, mehr gibt es auch nicht, wenn man von richtig guten Freunden spricht.

Drehort Kirchenstraße: In Haidhausen entsteht die neue ZDF-Komödie.

Heiko Pinkowski: Stimmt! Denn zu einer richtigen Freundschaft gehört eben auch Zeit. Man hat miteinander eine Geschichte, hat viel gemeinsam erlebt und durchgestanden. Ich habe noch zwei sehr gute Freunde, die ich zu meiner Schulzeit kennengelernt habe. Und diese Freundschaften halten ewig. Natürlich entstehen dann auch immer mal wieder neue, aber die Freunde von früher kennen mich am besten.

Ist es schwierig als Schauspieler, der in der Öffentlichkeit steht, neue Freundschaften aufzubauen?

Sebastian Bezzel: Nein. Es ist jetzt nicht so, dass mein Ruhm so atemberaubend ist, dass sich jeder darum reißt, mit mir befreundet zu sein.

Heiko Pinkowski (scherzend): Also das ist bei mir anders (lacht).

Sigl: Hin und wieder lernt man Kollegen kennen und daraus wird dann auch eine echte Freundschaft. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das bei uns dreien so ist. Aber erstaunlicherweise ist das nicht der Normalfall. Das sieht man allein daran, wie viele Kollegen einen wirklich zum Geburtstag anrufen.

Heiko Pinkowski:  Ja, das ist dann eine andere Art Freundschaft. Langjährige Freunde haben einfach viel mehr miteinander durchgemacht.

Ihre drei Filmcharaktere leben in einer WG. Haben Sie da auch persönliche Erfahrungen?

Sebastian Bezzel: Ich habe einige Zeit mit einem meiner allerbesten Freunde in einer WG gelebt. Wir haben sie unsere Deluxe-WG genannt, inklusive Tiefgaragenplatz, Putzfrau und Spülmaschine!

Heiko Pinkowski:  Wow (lacht)!

Sebastian Bezzel: Ja, das hat wirklich sehr gut funktioniert.

Heiko Pinkowski:  Ich bin mit 17 ausgezogen und habe mit meinen zwei besten Freunden eine WG gegründet. Das war eine wilde Zeit, da war viel los bei uns! Und das kettet aneinander…

Hans Sigl:  Bei mir war es ähnlich. In der Studienzeit muss man ja irgendwie die Mietpreise eingrenzen. Zunächst habe ich auch in einer sehr komfortablen WG gelebt und bin danach in eine stürmische Dauerwechsel-WG gezogen. Das hat auch funktioniert, bis einer der Jungs auf die Idee kam, eine Frau mit aufzunehmen (lacht).

Das heißt, es gibt Dinge, die nur unter Männern funktionieren?

Heiko Pinkowski:  Naja, es wird einfach anders, wenn eine Frau in eine Männer-WG einzieht.

Hans Sigl:  Genau. Die Standards verändern sich ein wenig (lacht).

Was hat Sie an diesem Filmprojekt besonders gereizt?

Heiko Pinkowski:  Ich fand das Buch von Anfang an sehr witzig. Als wir uns dann kennengelernt haben, wurde schnell klar, dass es passt. Wenn man sich gut versteht, macht das Ganze gleich doppelt Spaß.

Sebastian Bezzel: Mir hat zunächst gefallen, dass das Buch ungewöhnlich gut geschriebene Dialoge enthielt. Die ­Kollegen waren mir auch ein Begriff und ich wusste: Mit den beiden habe ich Lust zu spielen. Ich habe zugesagt und einen Tag später erhielt ich eine E-Mail von Hans mit seiner Telefonnummer und dem Vorschlag, dass wir uns alle drei schon einmal treffen könnten – ein schönes Zeichen!

Sigl: Mir ging es darum, eine Komödie zu drehen. Das ist das schwerste Genre – im Theater und im Film. Ich hatte Lust auf diese Herausforderung!

Interview: Lena Meyer

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