Was hinter dem Protest steckt

Skurrile Aktion: Rundlauf auf dem Zebrastreifen

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Nina Hager (l.) und Tina Pehl wünschen sich hier eine Ampel.
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0:03 Min.: So geht die Aktion los: Ein paar Leute betreten den Zebrastreifen. Sieht noch ganz harmlos aus.
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1:49 Min.: Spätestens jetzt ist klar: Das dauert länger. Die Fußgänger wenden auf dem Trottoir, gehen zurück. Wieder und wieder...
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2:17 Min.: Die Autofahrer sind genervt. Der Erste im Stau dreht vor dem Zebrastreifen um.
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4:24 Min.: Auch ein Lkw versucht’s über eine Seitenstraße. Dabei dauert die Aktion nur noch rund eine halbe Minute.
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1:49 Min.: Spätestens jetzt ist klar: Das dauert länger. Die Fußgänger wenden auf dem Trottoir, gehen zurück. Wieder und wieder...

Sicherheit für unsere Kinder! An die 50 bis 60 Menschen marschieren den Zebrastreifen auf und ab. Genervte Autofahrer hupen. Ziel der Beteiligten: die Errichtung einer Fußgängerampel an der Welfenstraße (Haidhausen).

Montag, 7:50 Uhr. Mütter mit Kinderwagen, Kinder und Männer überqueren von beiden Seiten den Zebrastreifen, um auf den Gehsteig kehrt zu machen. Die ganze Prozedur wiederholt sich schier ohne Ende. Die Autofahrer stehen und stehen und stehen. Sie sind ratlos, biegen links in die Aurbacherstraße ab oder wenden. Getümmel wie in einer Einkaufstraße. Was ist da los? Es sind Anwohner der Welfenstraße: Ihr Rundlauf auf dem Zebrastreifen ist eine Demo für eine Ampel. Insgesamt fünf Minuten dauert die Aktion. Lang genug, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erregen – und zwar ordentlich …

Die Bewohner haben Angst um ihre Kinder. „Die Überquerung ist nicht sicher! Eine Ampel wurde uns versprochen. Dieses Versprechen wurde aber nicht eingehalten“, sagen die Mütter Nina Hager (44) und Tina Pehl (33). „Jeden Tag müssen unsere Kinder die Straße überqueren, um in den Kindergarten, Hort oder in die Schule zu kommen“, so Pehl. „Viele Autos halten einfach nicht an“, so Hager. Da die Straße im Juni sowieso umgebaut werden soll, fordern die Anwohner bei dieser Gelegenheit auch gleich den Bau der Ampel.

Und die Stadt? Peter Geck vom Kreisverwaltungsreferat hält eine Ampel für unnötig, für ihn ist der derzeitige Übergang sicher. „Ein Zebrastreifen ohne Ampel-Regelung ist in diesem Fall geeigneter“, so Geck. Und: „Beim Umbau der Straße ist ein weiterer Zebrastreifen in etwa 150 Meter Entfernung geplant.“ Außerdem solle die Straße verschmälert werden. Somit kämen die Fußgänger schneller über die Fahrbahn.

Übrigens: Nicht nur der Zebrastreifen war gut besucht, sondern auch die Youtube-Seite, auf der das Video veröffentlicht wurde. Bis Mittwochnachmittag wurde es über 1100 Mal angeklickt.

Ist das eigentlich erlaubt?

Nach der Straßenverkehrsordnung darf niemand den Verkehr stärker behindern als nötig. Das gilt auch für Fußgänger. Das heißt: Man muss die Straße immer auf dem kürzesten Weg -überqueren, darf auf dem Zebrastreifen nicht stehenbleiben und nicht trödeln.

S. Kerschbaumer

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