Auer Kult!

300 Standl: Jetzt läuft die Jakobidult

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München - Früher war eine Dult mal ein Kirchenfest zu Ehren eines Heiligen gewesen. Heute ist die Dult schlicht Kult. Die Jakobidult dauert heuer bis 3. August.

Früher war eine Dult mal ein Kirchenfest zu Ehren eines Heiligen gewesen. Dazu gehörten ein paar Verkaufsstände um die Kirche herum. So begann es im Jahr 1796 auch in der damaligen Vorstadt Au. Heute ist die Dult schlicht Kult. Die Jakobidult dauert bis 3. August. Antiquitäten, Kunst und Krempel, alte Hausmittel und angebliche Wundermittelchen, Kitsch und Handwerkskunst, abgefahrene-T-Shirts und Trachtenmode, Erfindungen wie die biegsame Klobürste, Süßigkeiten und Brotzeit – es gibt fast nichts, was es in den rund 300 Standln nicht gibt. Auf die Kinder warten Karussell, Autoskooter, und Russenrad – am Dienstag, 29. Juli ist Familientag. Als sich dieses Riesenrad erstmals im Jahr 1925 auf dem Oktoberfest drehte, war es in der Tat riesig. „Bis 1960 war es das größte transportable Riesenrad in Süddeutschland“, so Herbert Koppenhoefer, der mit seiner Schwester Edith Simon das Fahrgeschäft in dritter Generation betreibt. Dass heute das Superlativ „kleinstes Riesenrad“ zutrifft, stört sie nicht: „Wir haben viele Stammgäste, die sind schon als Kind damit gefahren. Jetzt nehmen sie ihre Enkel mit in die Gondel.“

Billig, billiger, Billiger Jakob! Was wäre die Auer Dult ohne seine Sprüche? Seit 65 Jahren verkauft Georg S. Huber Hosenträger, Socken, Schirme, Hausmittelchen und vieles mehr. Seine genaues Alter verrät er nicht: „Über 80“, sagt er nur. Ans Aufhören denkt er nicht: „Mein Großvater ist 108 Jahre alt geworden, das schaff ich auch.“ Hat er Nachfolger? „Nein, ich habe meine Söhne studieren lassen.“

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