Stadtwerke und BA

Stillgelegter Orleansplatz-Brunnen: Einigung auf Übergangslösung

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Ein Teil der Holzverkleidung, die gern als Sitzgelegenheit genutzt wird, soll bleiben.

Statt den Brunnen am Orleansplatz wieder zu beleben, haben sich Stadt und Haidhauser Lokalpolitiker auf eine Übergangslösung während des Baus der zweiten Stammstrecke geeinigt.

München - Die Stadtwerke München haben eine Übergangs-Lösung für den Brunnen am Orleansplatz vorgeschlagen, der im Moment noch komplett unter einer Holzverkleidung steckt. Der Bezirksausschuss war mit diesen Plänen allerdings nicht zufrieden. Nun einigte man sich doch noch auf eine Gestaltung, die den Platz für die Bewohner des Viertels etwas attraktiver machen soll.

Die Technik müsste komplett erneuert werden

Die Haidhauser hängen sehr an ihrem Brunnen, doch wie berichtet, lohnt es nicht mehr, ihn nun nach der „Winterpause“ wieder sprudeln zu lassen. Denn: Die Brunnentechnik ist hinüber, müsste aufwendig erneuert werden. Doch schon im Herbst 2018 wird nach derzeitiger Planung fast die Hälfte der Brunnenanlage für den Bau der zweiten Stammstrecke abgerissen. Die Bauarbeiter müssen einen Mischwasserkanal verlegen, der unter dem Brunnen hindurch läuft. Und ab dem Frühjahr 2019 ist sowieso der ganze Orleansplatz eine große Baustelle.

Dominik Fritz von den Stadtwerken betont, die vollständige Wiederherstellung des Brunnens würde 150.000 Euro kosten und sechs Monate dauern. Das lohne sich nicht für ein Jahr. „Das sehen wir auch ein“, sagte Adelheid Dietz-Will, Vorsitzende des Bezirksausschusses.

Fritz hatte den Plan ersonnen, den Brunnen mit Kies aufzufüllen und Pflanzkübel mit Blumen und Sträuchern daraufzustellen. Außerdem sollten an den Rändern Bänke angebracht werden. Der Bezirksausschuss ist vehement gegen diese Idee. Andreas Miksch (CSU) nannte die Pläne eine „Placebo-Lösung“, das eigentliche Problem werde damit nicht gelöst: Der Lärm von der Orleansstraße, der es unangenehm mache, sich auf dem Platz aufzuhalten. Vor allem sei dies der Fall, seit drei Bäume gefällt wurden, die den Platz von der Straße abgrenzten.

Immerhin die Figuren an den Ende sollen freigelegt werden

Der Bezirksausschuss einigte sich schließlich mit der Stadt darauf, die Holzverkleidung zumindest teilweise zu belassen, aber die Steinfiguren an den Enden des Brunnens freizulegen. „Auf der Verkleidung sitzen die Leute ja auch, Jugendliche halten sich dort viel auf“, sagt Adelheid Dietz-Will (SPD). Außerdem forderte der Bezirksausschuss, dass zur Abgrenzung von der Straße Bäume gepflanzt werden, die mindestens zwei Meter hoch sein sollen. Dazu werden Bänke aufgestellt, mit Blick auf den Orleansplatz, weg von der Straße.

„In den Wohnungen am Orleansplatz wohnen vor allem alte Leute und Familien mit Kindern“, sagt Dietz-Will. Die seien sowieso bereits von Bauarbeiten gebeutelt, nun würden sie auch noch ihren Brunnen verlieren. Ihr Vorschlag: Die 150.000 Euro, die die Stadt spare, weil der Brunnen nicht wiederhergestellt wird, sollten auf ein „Sonderkonto“ gehen, um damit nach der Fertigstellung der Bauarbeiten etwas nach den Wünschen des Bezirksausschusses in Au-Haidhausen zu ermöglichen. 

Anna Mayr

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