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Zu leise? Prozess um David-Guetta-Konzert

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David Guetta
David Guetta brachte letzten Sommer den Königsplatz in Wallung – manchen Besuchern fehlte aber der Bumms hinter der Musik © Jantz

München - Zu leise, zu streng, zu wenig Bass: Der Veranstalter des David-Guetta-Konzerts am Königsplatz verklagt das Kreisverwaltungsreferat. Demnächst wird wohl vor dem Verwaltungsgericht verhandelt.

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David Guetta © dpa

t wie ein Auto ohne Sprit oder Bier ohne Prozente – da geht nichts vorwärts. Darum hat Super-DJ David Guetta dem Tieftöner mit dem Titel „Bass Line“ ein Denkmal gesetzt. Bei seinem Open Air am Königsplatz vergangenen Sommer durfte der weltgrößte Party-Rocker unserer Tage aber nicht nach Belieben wummern. Da hat ihm die Stadt die Regler runter gedreht – und jetzt gibt es eine Zugabe vor Gericht!

Zu leise, zu streng, zu wenig Bass: Der Konzert-Veranstalter verklagt das Kreisverwaltungsreferat. Demnächst wird wohl vor dem Verwaltungsgericht verhandelt. „Der Musikgenuss war nicht optimal“, sagt Veranstalter-Anwalt Franz J. Erlmeier der tz. „Aus unserer Sicht gibt es für die Einbeziehung der niederfrequenten Töne in die Lärmschutz-Auflagen keine Rechtsgrundlage.“ Der Veranstalter hatte schon vor der Show versucht, gegen den KVR-Bescheid vorzugehen – vergeblich. Und so stieg am vergangenen 21. Juli zwar die mit 18 000 Fans größte Party der Stadt. Manche Besucher erinnern sich aber tatsächlich daran, dass den Hits (I gotta feeling) des französischen Musikers mit bürgerlichem Namen Pierre David Guetta der Druck fehlte. Es gab sogar Beschwerden beim Veranstalter. Bass-Banausen im KVR?

Tatsächlich haben die Behörden der Stadt an den Regeln geschraubt. Aus KVR-Sicht ist das die einzige Möglichkeit, solche Konzerte zu genehmigen. Sechs Wochen zuvor war Techno-Kollege Paul Kalkbrenner auf die Freiluftbühne am Königsplatz geklettert. Danach beschwerten sich rund 500 Bürger zwischen Trudering und Pasing! „Die neuen Auflagen brachten spürbare Verbesserungen“, schreibt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle dem Stadtrat. Nach dem Guetta-Konzert habe es nur eine Beschwerde gegeben. Darum will der KVR-Chef Open-Air-Konzerte auch nicht ganz verbieten, wie es etwa die Bürgerversammlung in Altstadt-Lehel gefordert hatte.

David Costanzo, Jacob Mell

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