Verstärkte Kontrollen

Tempo 30 an der Rosenheimer Straße: Jetzt macht die Polizei ernst

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Die neue Tempo-30-Zone an der Rosenheimer Straße wird noch von vielen Autofahrern ignoriert.

Die Polizei will die Tempo-30-Zone an der Rosenheimer Straße verstärkt überwachen. Bereits kurz nach Einführung der neuen Regelung gibt es Klagen, dass Fahrer viel zu schnell unterwegs sind.

München - Wer’s nicht glauben will, wird zahlen. Denn die Schonfrist ist vorbei: Drei Wochen nach Aufstellung der Tempo-30-Beschilderung auf der Rosenheimer Straße will die Polizei die Autofahrer nun „blitzartig“ daran erinnern, dass die neue Regelung ernstzunehmen ist. Am Donnerstagmorgen war bereits die erste Blitzeraktion. Und weitere werden folgen. So lange, bis die Autofahrer die neue Regel verinnerlicht haben, deutete die Polizei an.

Nach schweren Unfällen und jahrelangen Diskussionen um den Bau eines Radweges beschloss der Stadtrat letztlich, dass eine der gefährlichsten Hauptverkehrsstraßen Münchens nun erstmals in der Stadtgeschichte eine Tempo-30-Zone wird. Der örtliche Bezirksausschuss, diverse Bürgerinitiativen und die Grünen hatten immer wieder auf eine Lösung gedrängt. Anfang August wurden nun die Schilder aufgestellt. Nur das Problem ist: Die Autofahrer scheinen die neue Regelung noch nicht wahrgenommen zu haben – oder ignorieren sie einfach. Anwohner, Geschäftsleute und Radfahrer berichten, dass auf dem besonders gefährlichen Teilstück zwischen Orleans- und Franziskanerstraße immer noch genauso gerast und gedrängelt wird wie zuvor. Vor allem die Radfahrer geraten in der Enge regelmäßig in höchste Gefahr. Und dagegen gehen Polizei und KVR nun vor: „Das ist keine Schikane, und die Beamten können es im Rahmen der Messtoleranz und bei geringen Überschreitungen auch mit einer Belehrung belassen. Aber der Schutz der Radfahrer geht nun mal vor,“ bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums.

Die Probephase dauert ein Jahr

Die Probephase mit Tempo 30 dauert ein Jahr, dann entscheidet der Stadtrat endgültig. In den Kreuzungsbereichen zur Orleans-, Balan-, Pariser- und Franziskanerstraße werden zur Zeit nach Angaben des KVR Umbaumaßnahmen vorgenommen. Auch optisch tut sich was. Voraussichtlich bis zum Herbst folgen Fahrbahnmarkierungen in Gestalt von weißen Fahrradsymbolen, die auf den rechten Fahrspuren in regelmäßigen Abständen aufgemalt werden. Zusätzlich soll zur Unterstützung der Verkehrszeichen auf jeder Richtungsfahrbahn eine Tempo-30-Markierung aufgebracht werden. Anfang 2018 werden schließlich laut KVR auch noch gut sichtbare Dialog-Displays aufgestellt.

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Bussgeld muss in einer 30er-Zone ab Tempo 39 gezahlt werden. Bis 38 Stundenkilometer werden Verstöße aufgrund der Messtoleranz nicht geahndet. Wer bis zu zehn Stundenkilometer zu schnell unterwegs ist, kommt mit einer Strafe von 15 Euro milde weg. Bei elf bis 15 km/h Überschreitung sind es 25 Euro, bei 16 bis 20 km/h 35 Euro. 

Ab 20 km/h zu viel wird es teuer

Teuer wird es schon, wenn man schneller als 50 Stundenkilometer fährt. Dann ist eine Strafe von 80 Euro fällig, bei 56 bis 60 km/h sind es 100 Euro. Mit 160 Euro Strafe plus einem Monat Fahrverbot wird belangt, wer mit 61 bis 70 km/h durch eine Tempo-30-Zone rast. 200 Euro (plus Fahrverbot) sind es bei 71 bis 80 km/h. Zwei Monate Fahrverbot und 280 Euro Strafe drohen bei einer Geschwindigkeit von 81 bis 90 km/h.

Das Umweltreferat wird im Übrigen parallel zum Verkehrsversuch begleitende Messungen zur Luftschafstoffbelastung durchführen. Dabei werden die Konzentrationen von Feinstaub und Stickstoffdioxid erfasst. Nach Auskunft der Verwaltung haben aktuelle Untersuchungen in Baden-Württemberg ergeben, dass eine Reduzierung auf Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen nicht zwangsläufig zu einer Verminderung der Fahrzeugemissionen und damit zu einer Verbesserung der Luftqualität führt.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Meine Au“.

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