Ist es der seit Wochen vermisste Kumpel?

Todesrätsel: Verzweifelter Freund findet Leiche in der Isar

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Die Retter konnten nur noch eine Leiche bergen.

München - Es ist ein düsteres Geheimnis, das die Isar am frühen Donnerstag Abend freigegeben hat: Eine Leiche wurde in der Nähe des Deutschen Museums geborgen. Offenbar handelt es sich um einen seit vier Wochen vermissten jungen Mann.

Andre S. Donnerstag an der Isar. Hier hat er nach seinem Kumpel Stefan D. gesucht, wie er der tz berichtete

Taucher der Feuerwehr bargen direkt neben dem Deutschen Museum eine Leiche aus dem Wasser – es soll sich um den 22-jährigen Bauarbeiter Stefan D. aus Dachau handeln, der seit mehreren Wochen vermisst wird. Warum er gestorben ist? Warum die Leiche so lange unentdeckt im Wasser trieb? Das war Donnerstag Abend noch rätselhaft.
Gefunden hatte den Toten ein enger Freund von Stefan D. Dieser junge Mann, Andre S., hatte sich zusammen mit Stefans Ziehvater am Donnerstag auf die Suche nach dem jungen Mann gemacht, wie er gegenüber der tz sagte. Außerdem hatte er auch Such-Plakate gedruckt, die ein Foto von D. zeigen. Offenbar hatten erst am Vortag drei Kollegen von Stefan D. gegenüber der Polizei angegeben, sie hätten am Nachmittag des 22. Mai gesehen, wie D. an der Braunauer Eisenbahnbrücke im Wasser war. Hintergrund: Die Braunauer Brücke wird derzeit saniert – unter Mitarbeit der Firma, bei der Stefan und seine Kollegen angestellt sind. Warum der junge Mann nun an jenem 22. Mai ins Wasser geriet? Ein weiteres Rätsel … Gerüchteweise war Donnerstag nur von einer möglichen Wette die Rede gewesen.

Stefan D.: Mit diesem Foto suchte sein Spezl nach dem Mann, der wohl der Tote ist.

Traurige Gewissheit ist dagegen der Tod eines Menschen. Denn:Als Stefans Kumpel Donnerstag Nachmittag auf seiner Suche tatsächlich einen Menschen in der Isar treiben sah, setzte er einen Notruf ab. Polizei und Feuerwehr waren mit Streifenwagen, Schlauchboot und Hubschrauber schnell vor Ort – und konnten nur noch eine Leiche bergen. Diese Leiche identifizierte Andre S. als seinen Spezl. Er sagt der tz: „Es war ein furchtbarer Anblick, ein schlimmer Schock.“ Polizeisprecherin Claudia Künzel sagt: „Sehr wahrscheinlich handelt es sich um den Vermissten.“

Donnerstag Abend wurde die Leiche in die Rechtsmedizin gebracht – eine Obduktion soll jetzt Klarheit bringen.

Johannes Heininger

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