Nahe Max-Weber-Platz

Tram verfährt sich in Haidhausen

Der Fahrer der Linie 25 biegt an der Wörthstraße versehentlich auf die Gleise der Linie 19 ab und sorgt für Verwirrung, aber auch Belustigung unter den Passagieren.

München - „Liebe Fahrgäste. Da hat sich vor uns eine Tram verfahren.“ Diese Durchsage hörte CSU-Stadträtin Beatrix Burkhardt am Mittwochmittag in einer Tram der Linie 19, die zwischen Max-Weber-Platz und Wörthstraße plötzlich anhalten musste. „Wir haben uns prächtig amüsiert. Alle dachten, da kommt uns fälschlicherweise ein anderer Zug auf derselben Gleisseite entgegen“, erzählt Burkhardt. Sie war am Landtag eingestiegen und wunderte sich zunächst genauso wie die übrigen Fahrgäste, warum die Tram nicht planmäßig zur Haltestelle Wörthstraße weiterfuhr. Ein wenig später wurde klar: Die Tram 25 blockierte die Gleise.

Die Fahrgäste fühlten sich in dem Moment tatsächlich ein wenig wie „Insassen“. Sie waren gefangen, weil der Fahrer sie aus Sicherheitsgründen abseits der Haltestelle nicht aussteigen ließ. Die einen schauten auf die Uhr, versuchten, einen Blick nach vorne zu erhaschen, wo die Tram 25 stand. Die anderen lächelten belustigt. „Nach einigen Minuten ging unser Trambahnfahrer durch den Zug nach ganz hinten. Wir mussten ein Stück rückwärts fahren“, erzählt Burkhardt. Insgesamt mussten sich die Fahrgäste etwa zehn Minuten gedulden, bis die Tram 19 wieder wie geplant vorwärts weiterfahren konnte.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bestätigte auf Nachfrage den Vorfall. Doch die Annahme der Fahrgäste, zwei Trambahnen seien sich hier auf Kollisionskurs entgegengekommen, sei unzutreffend. Das sei technisch gar möglich, sagt Matthias Korte, Sprecher der MVG. „Der Fahrer der Tram 25 ist an der Wörthstraße fälschlicherweise auf die Gleise 19 abgebogen, statt planmäßig Richtung Grünwald weiterzufahren“, sagt Korte. Er habe einfach die Weichen falsch gestellt, fand sich nach der Wörthstraße plötzlich auf dem Gleis der Linie 19 wieder und meldete das der Leitstelle. Die erklärten dem Fahrer, was er nun zu tun habe. Er musste zurücksetzen, die Weichen Richtung Grünwald korrekt stellen und dann planmäßig weiterfahren. Doch inzwischen war die nachfolgende 19er, in der Beatrix Burkhardt saß, so dicht aufgefahren, dass auch sie ein Stück zurücksetzen musste, um Platz zum Rangieren zu schaffen.

Dass ein Trambahnfahrer eine Weiche verpasst und auf die verkehrte Strecke einbiegt, komme sehr selten vor, so Korte. Im vorliegenden dem Fall handle es sich sogar um einen langjährig erfahrenen Kollegen, „aber das kann den Besten passieren“.

Lesen Sie auch: Lokalpolitker fordern -  Trambahn-Linie 1 wiederbeleben 

Hüseyin Ince

Rubriklistenbild: © Jantz

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