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Seitenhieb auf Hoeneß inklusive: Münchner Kneipe erklärt, warum sie Katar-WM auf keinen Fall zeigt

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Von: Lukas Schierlinger

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Public Viewing Katar-WM
Public Viewing zur Katar-WM wird es in Münchner Bars wohl eher selten geben (Symbolbild). © snapshot-photography/ T.Seeliger

Im vivo werden die Spiele der Katar-WM nicht übertragen. In einem ausführlichen Beitrag verraten die Betreiber ihre Beweggründe.

München - Bis das heftig umstrittene Turnier beginnt, dauert es noch rund zwei Wochen. Doch schon lange vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM in Katar steht das Kräftemessen der Kicker im Fokus. „Als eine der Top-Locations in München haben wir uns dafür entschieden, die WM in Katar nicht zu zeigen“, postete das Park Cafe bereits Mitte Oktober. Nun zieht eine weitere Kneipe öffentlichkeitswirksam nach.

Katar-WM in München live? Bar-Betreiber erklären Übertragungsboykott

„Nach ganz, ganz kurzer Überlegung“ habe man sich entschlossen, auf eine Übertragung der Turnierspiele zu verzichten, ist seit Montagnachmittag (31. Oktober) auf der Facebook-Seite der vivo-Bar in Haidhausen zu lesen. Als Beweggründe führen die Betreiber ein „totalitäres Regime“ in Katar und den Tod von tausenden Arbeitern im Zuge der WM-Bauarbeiten an. Eine Übertragung hätte sich „in keinster Weise mit unserem Selbstverständnis und unseren Idealen“ vereinen lassen, schreibt das vivo-Team.

Für ihre Haltung erfährt die Kneipe auf Facebook reichlich Zuspruch. Das vivo schließt sich ganz explizit dem Boykott-Aufruf „Kein Katar in meiner Kneipe“ an, der Gastronomen explizit in die Pflicht nimmt. Im ausführlichen Begründungstext bekommen dann auch noch der FC Bayern und sein Ehrenpräsident Uli Hoeneß ihr Fett weg.

München: vivo zeigt Katar-WM nicht - und kritisiert Uli Hoeneß und den FC Bayern

Wegen seiner Sponsorpartnerschaft mit dem Emirat Katar steht der deutsche Rekordmeister seit Jahren in der Kritik. „Auch wenn ein Münchner Bundesliga-Club kräftig die Werbetrommel rührt, lässt sich davon hoffentlich niemand blenden. Sorry Uli, aber von Anstand hattest du ja eh noch nie Ahnung“, lautet der klare Seitenhieb im Facebook-Beitrag.

Ob die vivo-Stammgäste die Entscheidung mittragen, zeigt sich spätestens ab dem 20. November. Dann kreuzen Gastgeber Katar und die Auswahl Ecuadors zum WM-Auftakt die Klingen. „Wir hoffen auf euer Verständnis und eure Unterstützung! Erscheint weiterhin zahlreich und genießt das Gefühl euch moralisch überlegen zu fühlen, wenn ihr lieber bei uns paar kühle Bier trinkt, anstatt euch die WM reinzuziehen“, schließt das vivo sein Posting.

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